Franz Zschornack: Das Wandern ist des Schlossers Lust

Der Schlossergeselle Franz Zschornack war drei Jahre auf Wanderschaft. Ein Erfahrungsbericht der anderen Art. 

Foto: Sigismund von Dobschütz. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0
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"Mach das nicht, Du wirst als Penner enden!" Die Freunde und Nachbarn meinen es gut mit Franz Zschornack. Der junge Schlossergeselle will auf die Walz, also durch die Welt wandern, überall seine Dienste anbieten und Lebenserfahrung sammeln. Jahrhundertelang hat dieser uralte Handwerker-Brauch ganz selbstverständlich dazugehört. Heute ist er irgendwie aus der Zeit gefallen, aber darum schert sich Franz Zschornack nicht. Er nagelt sein Handy an die Wand, klettert über das heimische Ortsschild - und wandert los.

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Man sieht sie nur noch selten, die jungen Kerle mit dem Zylinder, der schmalen, schwarzen Krawatte, und den schweren Lederhosen. Und wenn doch mal einer in der Kneipe um die Ecke aufschlägt und brav um eine Schlafecke bittet, dann wird er erst bestaunt und dann zum Selfie gebeten. Die Tippelbrüder werden als Freaks wahrgenommen. Völlig zu Unrecht! In einer Zeit, in der ständig nach der Rückbesinnung auf die guten alten Tugenden und Werte gerufen wird, sind die herumreisenden Handwerksgesellen meistens strahlende Vorbilder.

Denn die wohl wichtigste Regel schreibt den Wanderern vor, sich immer ehrbar und untadelig zu benehmen. Das kann ganz schön schwierig werden, wenn man einen Schlafplatz sucht oder einen Happen zu essen, ohne bezahlen zu können. Trotzdem ist es für die Tippelbrüder ungemein wichtig, auf jeder Station einen guten Eindruck zu hinterlassen, damit der nächste Geselle auf der Walz herzlich und wohlwollend aufgenommen wird. Deshalb darf auch nur wandern, wer ein sauberes Führungszeugnis vorlegen kann. Auch die weiteren Regeln, denen sich die Tippelbrüder für die Jahre der Wanderschaft unterwerfen, sind durchaus hart: Den Gesellenbrief müssen sie haben, ledig sein und kinderlos. Das macht Sinn, denn um ihre Heimat müssen sie auch einen weiten Bogen machen. Die meiste Zeit sind sie zu Fuß oder als als Tramper unterwegs.

Die Jahre auf der Walz sind eine echte biografische Reifeleistung - heute mehr als in früheren Zeiten, denn kaum noch jemand kennt die Bräuche und Gepflogenheiten, die es den fahrenden Gesellen seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert leicht gemacht haben, schnelle und kurzfristige Arbeit zu finden. Franz Zschornack hält sich trotzdem für einen "Franz im Glück". Er hat seine Jahre auf der Wanderschaft vielleicht nicht immer im ersten Erleben genossen, aber die Erfahrung will er nicht mehr missen. Im Gegenteil: Er teilt die Erfahrungen und hat mit journalistischer Unterstützung einen spannenden, lehrreichen und unterhaltsamen Reisebericht geschrieben, der geschickt biografische Eigenheiten mit der Welt der Tippelbrüder verwebt und einem traditionsreichen Brauch zu neuer Aufmerksamkeit verhilft.

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Frauen mit Fernweh

Gertrude Bell und Alexandra David-Néel sind weit gereist. Neue Übersetzungen lassen ihre Abenteuer-Erinnerungen aufleben.

Foto: Royonx. Lizenziert unter CC0 (Hintergrund) und lizenziert unter Gemeinfrei (Alexandra Davis-Néel)
Foto: Royonx. Lizenziert unter CC0 (Hintergrund) und lizenziert unter Gemeinfrei (Alexandra Davis-Néel)

Sie sind viel herum- und hoch hinaus gekommen: Alexandra David-Néel hat den Himalaya erkundet, Gertrude Bell hat das Matterhorn erklettert und die arabischen Wüsten erobert. Was schon zu Lebzeiten der zwei Frauen mit Fernweh für Aufsehen und Ärger gesorgt hat (beide sind vor etwa 150 Jahren geboren), fasziniert noch heute. Jetzt sind die außergewöhnlichen Autobiografien in neuen Übersetzungen nochmals erschienen. Dass die Reiseziele der Pionierinnen heute im Bürgerkriegsgebiet liegen (Syrien) oder von Terroristen unsicher gemacht werden (in den pakistanisch-indischen Grenzregionen und in Nepal), macht die  Erinnerungen von Alexandra David-Néel und Gertrude Bell noch wertvoller. Der Biografien-Blog stellt sie vor: 

Alexandra David-Néel im Himalaya

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Das Mädchen verehrt Jules Vernes. Der schreibt so schöne Geschichten von Reisen um die Welt (sogar in 80 Tagen), zum Mittelpunkt der Erde und zum Mond. Ganz so weit muss es für Alexandra David-Néel nicht gehen - aber bis zum mächtigsten Gebirge auf dem Globus will sie schon kommen. Sie hasst die biedere Mutter und liebt den weltgewandten Vater, der ihr in seinem Realismus auch das Grauen nicht vorenthält. Alexandra ist der Esoterik und den Okkulten nicht abgeneigt, sie schwärmt für die Kultur des Fernen Ostens. Ihre geistliche Heimat findet sie im Buddhismus. Um sich ihre Reiseträume verwirklichen zu können, verdient sie ihr Geld mit den unterschiedlichsten Berufen: als gefeierte Sopranistin, Journalistin und als Vortragsreisende in Sachen Feminismus. Sie heiratet zwar, aber besonders intensiv ist die Ehe nicht. Alexandra David-Néel zieht es weg von ihrem Mann und hinaus in die weite Welt. Sie ist eine eigenständige Frau, selbstbewusst, entschlossen und hartnäckig. Deshalb schafft sie es auch in den Himalaya und davon erzählt sie selbst in einer gelungenen Mischung aus Faktenwissen, Anekdoten und Einschätzungen. Gelungen ist dabei auch die neue Übersetzung: Der Reisebericht kommt nicht in altbackener Sprache daher, aber er verliert auch die besonderen Herausforderungen einer Himalaya-Reise vor einem Jahrhundert nicht aus den Augen. Der Text beschönigt ebenfalls nicht manche zweifelhafte Sichtweise von Alexandra David-Néel: Denn dass sie sich oft hat durchsetzen müssen, können ihre Erinnerungen nicht verheimlichen: So viel man in ihren Ausführungen über die nepalesische Geschichte und Mysthik lernen kann, so spannend ihre Berichte sind, so sehr sie die Fantasie jedes Natur- und Kulturliebhabers anregen, so sehr lernen wir auch eine bis an die Schwelle zur Ignoranz von sich selbst überzeugte Frau kennen, die schnell im Urteil ist - und durchaus hart. Der vermeintliche asiatische Fremdenhass wird gegeißelt, der Bildungsstolz und die orientalische Planlosigkeit belächelt. Ein bißchen gibt sich Alexandra David-Néel schon als besserer Mensch - wenngleich sie ihre eigene Kultur nicht als die einzig wahre preist. Zwar verurteilt die aufgeklärte Frau von Welt manche  "finsteren" Riten wie die traditionelle Witwenverbrennung, aber sie zweifelt nicht an der "Überlegenheit der spirituellen Werte" ihrer fernöstlichen Wahlheimat. 

Gertrude Bell in der Wüste

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 Ähnlich geht es Gertrude Bell. Auch sie steht in dem Ruf, überheblich gewesen zu sein. Tatsächlich hat sie wie Alexandra David Néel mit ihren vielen Talenten zu kämpfen, die ebenso viele Männer alt aussehen lassen. Getrude Bell beherrscht die Sprachen und gesellschaftlichen Gepflogenheit des Morgen- und des Abendlands gleichermaßen perfekt. Sie weiß sich in den feinen Londoner Salons ebenso zu bewegen wie in den Wüstenzelten der Beduinen - dabei sind beide Begegnungsorte eindeutig von Männern dominiert. Die Araber können ndamit beinahe besser umgehen als die englischen Herrschaften daheim - in der Wüste ernennt man sie kurzerhand zum "Mann ehrenhalber". Solche Informationen sind nötig, um Gettrude Bells Erinnerungen an ihre Zeit als Wüstenreisende und Archäologin verstehen und lesen zu können.

Lizenziert unter Gemeinfrei
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Deshalb haben die Editoren wie bei Alexandra David-Néel auch hier den Memoiren eine einordnende biografische Einleitung  vorangestellt. Dieses Konzept überzeugt. Der Leser hat die Chance, die Protagonistin erst mal kennenzulernen (nicht zu lang, nicht zu kurz), ehe er mit ihr auf eine Reise durch syrische Städte und Regionen geht, die wir heute fast nur noch aus Kriegsnachrichten kennen: Damaskus, Homs, Aleppo. Dass Gertrude Bell als Weltenwanderin für die Engländer im Ersten Weltkrieg auf geheimer diplomatischer Mission unterwegs war und unter anderem mit dem legendären Lawrence von Arabien verhandelt, mag vor der Lektüre überraschend sein, nachher verwundert es nicht mehr: Die "Wüstenkönigin" macht auf eindrucksvolle Weise klar, warum ihr dieser Ehrentitel zusteht. 

Nicht immer sind Arroganz und Überheblichkeit Ausdruck von schwierigem Charakter. Manchmal  lernt man aus ihnen auch etwas über biografische Hürden und Herausforderungen. Die Erinnerungen dieser beiden starken Frauen sind jedenfalls lehrreiche Lesezeitreisen an Orte, die heute wiederum in aller Munde sind. Und weil beide Bücher nicht nur gut, sondern auch schön sind, sind sie mein Weihnachtsgeschenk-Geheimtipp!

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Ulf Merbold: Der Deutsche im All

Der erste Westdeutsch im All: Ulf Merbold (2. v. r.) und die Crew der Weltraummission STS-9 sind guter Dinge. Foto: NASA, Lizenz: public domain
Der erste Westdeutsch im All: Ulf Merbold (2. v. r.) und die Crew der Weltraummission STS-9 sind guter Dinge. Foto: NASA, Lizenz: public domain

Er war der erste Westdeutsche im Weltall: Ulf Merbold. Dabei ist Merbold 1941 in Thüringen geboren und in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Früh interessiert er sich für die Naturwissenschaften und speziell für die Physik. Studieren darf er allerdings nicht, weil er nicht der Freien Deutschen Jugend (FDJ) angehört. Kurz bevor die DDR-Oberen um Walter Ulbricht Beton anmischen und die Berliner Mauer hochziehen, zieht es Ulf Merbold in den Westen. Dort muss er zwar nochmal sein Abi machen, aber dann ist der Weg frei für die Physik. Merbold studiert erfolgreich, macht seinen Doktor und heuert beim Max-Planck-Institut für Metallforschung an, wo Forscherträume in Erfüllung gehen. Merbold aber will noch höher hinaus.

Als er in der Frankfurter Allgemeinen über eine Stellenanzeige der europäischen Weltraumbehörde ESA stolpert, will er „Wissenschaftler im Weltraumlabor“ werden. Damit ist er nicht allein. Über 2000 Bewerbungen gehen bei der ESA ein - aber am Ende ist es Merbold, der mit der NASA-Mission STS9 (Space Transportation System) ins All darf. Am 28. November 1983 - heute vor 30 Jahren - erlebt Merbold erstmals die für ihn "sinnliche Erfahrung" eines Raketenstarts. Als Wissenschaftler experimentiert er im Weltraumlabor Spacelab und sammelt wertvolle Daten. Wer aber glaubt ein Vollblutforscher wie Merbold habe keinen Sinn für Romantik, der irrt. In der Zeitschrift Stern (gegründet von Henri Nannen) wird der Festkörper-Physiker beinahe zu einem Reisedichter des Raumfahrtzeitalters: "Die Sonne leuchtet aus einem rabenschwarzen Himmel. Die Erde ist von einem königsblauen Saum aus Luft umgeben." Den Weg in die Schwerelosigkeit des Orbits schildert Merbold dagegen ganz unverblümt:

"Die ersten zwei Minuten fühlen sich an, als würde man ungefedert über Bahnschienen brettern." Weder solche körperlichen Strapazen, noch die Lebensgefahr bei der Landung (zwischenzeitlich fallen die Computer aus) halten Merbold davon ab, noch zweimal zu Weltraummissionen aufzubrechen - einmal sogar im Rahmen einer russischen Mission. Beim Blick aus der winzigen Kapsel auf die Erde hat Merbold gelernt, dass das All Raum für Völkerverständigung: bietet: "Von oben sieht man keine Grenzen."


Deshalb hat er, der Astronaut,  sich auch nie als Konkurrent des DDR-Kosmonauten Siegmund Jähn gesehen, der fünf Jahre vor ihm im Orbit war; und deshalb stellt er seine Erfahrungen und Dienst seit über zwei Jahrzehnten in den Dienst des Europäischen Astronautenzentrums.  Dort arbeitet er an europäischen Weltraumprojekten - und träumt von einer Mars-Mission.

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Roald Amundsen: Der Erste am Südpol

Foto: Lomen Bros., Nome, Alaska, Lizenz gemeinfrei
Foto: Lomen Bros., Nome, Alaska, Lizenz gemeinfrei
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Olav Bjaaland - Project Gutenberg Literary Archive Foundation: De Aarde en haar Volken, Jaargang 1913. HAARLEM, H. D. TJEENK WILLINK & ZOON. Lizenziert unter Gemeinfrei

Blitzeis lässt ihn kalt: Roald Amundsen (1872-1928). Der ewige Winter ist sein Wetter, Arktis und Antarktis sind die zweite und dritte Heimat des gebürtigen Norwegers. Sein Name und seine Herkunft sind Programm: Roald, "der Ruhmvolle" ist der Sohn eines Schiffseigners. Früh schon verschlingt er die Reiseberichte der Polarforscher. Bald reift in ihm der Wunsch, selbst das ewige Eis zu erkunden - natürlich per Schiff. Als Mitzwanziger begleitet er eine Expedition eines Belgiers, der sich aber als völlig talentfreier Polarfahrer entpuppt. Daraufhin wendet sich Amundsen enttäuscht an seinen weitaus erfolgreicheren Landsmann Fridtjof Nansen, der ihn dazu ermuntert, eigene Entdeckerreisen zu wagen. Amundsen zögert nicht lange. In drei langen Wintern (1903-1906) durchquert er als Erster die Nordwestpassage zwischen Atlantik und Pazifik und kehrt als Nationalheld, aber mit Schulden heim. Polarreisen sind eben keine Pauschalreisen und die Kosten sind Amundsen unter der Hand explodiert. Wieder hilft ihm Nansen aus der Patsche und leiht ihm sein treues Schiff, die Fram. Das überzeugt auch die norwegische Regierung, die Amundsen nun ebenfalls finanziert.

Dabei hält der bis zuletzt geheim, dass er sich als neue Herausforderung den Südpol vorgenommen hat. Erst als bereits auf hoher See ist, bekennt er Farbe und eröffnet den wohl dramatischsten Wettlauf der Weltgeschichte. Denn auch der Brite Robert Scott ist dorthin unterwegs. Während Scott auf Motorschlitten und Ponys setzt, vertraut Amundsen auf Schlittenhunde. "Ehe der Winter begann, hatten wir 60000 Kilogramm Seehundfleisch in unserem Winterlager. Das genügte für unsere 110 Hunde." Rasch zeigt sich, dass die Hunde der widrigen Witterung besser trotzen als Scotts Technik und Ponys. So erreicht Amundsen den Pol als Erster und hisst die norwegische Flagge am 14. Dezember 1911, heute vor 101 Jahren. Aber das Schicksal zeigt dem Entdecker des Südpols die kalte Schulter: Nicht Roald der Ruhmvolle, sondern der gescheiterte Scott und sein Ende im ewigen Eis bewegen die Welt – obwohl auch Amundsen einige Jahre später bei einer Rettungsmission in der Arktis ums Leben kommt.


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Raymonde de Laroche: Die Fliegerin

Alle Lizenzen: Gemeinfrei

Sie war eine Pionierin der Lüfte: Elise Raymonde Deroche. Dabei galt die erste Leidenschaft der 1882 geborenen Klempnerstochter der Kunst. Um ihre Chancen als Schauspielerin zu verbessern, hat sie sich den Künstlernamen Raymonde de Laroche zugelegt. Bald schon aber sind ihr die Bretter der Bühne zu bodenständig. Raymonde will hoch hinaus – und zwar wortwörtlich. Mehrere Bekanntschaften mit Piloten wecken ihr den Wunsch, fliegen zu lernen. Als sie zum ersten Mal alleine in einem Flugzeug sitzen darf, um sich mit den Instrumenten vertraut zu machen, da rollt sie kurzerhand zur Startbahn und hebt ab – zum ersten Mal fliegt eine Frau alleine, nur dreihundert Meter zwar, aber das ist erst der Anfang. Raymonde de Laroche macht – wiederum als erste Frau – den Pilotenschein. Unfälle und teilweise schwere Verletzungen halten sie nicht davon ab, sich immer wieder hinter Steuerknüppel zu setzen. Und immer wieder staunen auch die Zuschauer internationaler Flugstunden über die selbstbewusste junge Mutter, die ihren Traum lebt – bis sie ihn dann doch mit dem Tod bezahlen muss: Ein neu entwickelter Flugzeugtyp ist gerade erst fertig zusammengeschraubt, da sitzt Raymonde de Laroche schon als Copilotin im Cockpit . Wieder ist sie die erste, die diese Testmaschine in die Lüfte bringt. Aber dieser Start ist auch ihr letzter: Über der nordfranzösischen Picardie verliert der Pilot die Kontrolle über den Prototyp. Die Copilotin – sie hätte wohl besser selbst gesteuert – hat keine Chance: Raymonde de Laroche kommt bei dem Absturz am 18. Juli 1919 ums Leben – heute vor 93 Jahren.

 

Übrigens: Bis heute treffen sich die fliegenden Frauen der Welt auf der „Women of Aviation Wordwide Week“ immer am Jahrestag der bestandenen Pilotinnen-Prüfung von Raymonde de Laroche…

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Robert Falcon Scott: Der Zweite am Südpol

Foto: Henry Bowers (1883–1912). Lizenziert unter Gemeinfrei
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Foto: Herbert Ponting - Pennell Collection, Canterbury Museum, Christchurch, New Zealand. Lizenziert unter Gemeinfrei
Foto: Herbert Ponting - Pennell Collection, Canterbury Museum, Christchurch, New Zealand. Lizenziert unter Gemeinfrei

So sehen Verlierer aus: Der englische Kapitän Robert Scott und die Seinen sind zu spät am Südpol angekommen. Der Norweger Roald Amundsen war zuerst da. Zwar nur wenige Tage, wie ein wie ein Brief Amundsens an den zweiten Besucher des Pols verrät. Diese wenigen Tage aber entscheiden über Weltruhm - und über das Schicksal der verhinderten Entdecker. Mit einem Mal schwinden Lebensmut und Piniergeist, die Scott und seine Kameraden der Eiswüste trotzen ließen. Nicht die letzten Geheimnisse des Globus' haben sie entdeckt, sondern die norwegische Fahne, erstarrt im Eiswind. Wagemutig und willensstark waren sie aufgebrochen, "zur Ehre meines Landes", wie Scott stolz in sein Reisetagebuch notiert. Und jetzt scheint ihnen der so lange ersehnte Südpol so trostlos wie das Ende der Welt: "Nichts ist hier zu sehen, nichts, was sich von der schauerlichen Eintönigkeit der letzten Tage unterscheidet!" Scott ist gebrochen, als er kehrt macht. Kälter noch als auf dem Hinweg pfeift der Wind, schwerer sind die Schritte, unerreichbarer das Ziel. Scott und die Seinen schaffen es nicht. Sie finden ihr Grab im ewigen Eis. Welche Tragik, dass nicht Amundsen sondern ihm, seinem Schicksal und Scheitern posthum der Weltruhm zuteilt. So wurde seine Expedition vom großen Stefan Zweig zur Sternstunde der Menschheit erhoben (siehe rechts). Heute wäre Robert Scott 144 Jahre alt geworden. 

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