Foto: birgitH  / pixelio.de
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Wer begeistert Dich? Wer inspiriert Dich?  Hast Du eine Lieblingsbiografie?

Im Biografien-Blog Eulengezwitscher kannst Du davon erzählen. Mitmachen ist ganz leicht: Erzähle einfach von einem Menschen, der Dich begeistert oder inspiriert!

So geht's:

  • Eigenen Beitrag schreiben (250-500 Wörter)
    oder Fragen beantworten (siehe unten).
  • Autoren-Steckbrief ausfüllen (siehe unten)
  • Alles an gernot.uhl@eulengezwitscher.de schicken.
    Du kannst zum Beispiel die Word-Vorlage nutzen (siehe unten). Wenn Du möchtest, kannst Du gerne auch ein Foto von Dir mitschicken (zur Veröffentlichung). Dann melde ich mich so schnell es geht bei Dir (mit dem Veröffentlichungstermin).

Fragen zu der Persönlichkeit, die Dich begeistert:

  • Wer fasziniert Dich und wofür ist sie/er bekannt?
  • Was macht ihre/seine Lebensgeschichte besonders?
  • Wie bist Du auf sie/ihn gekommen – und wie inspiriert sie/er Dich?
  • Hast Du eine Biografie über sie/ihn gelesen?
    Wenn ja: Was war gut und was war schlecht?

Autoren-Steckbrief:

  • Wie heißt Du?
  • Wie alt bist Du?
  • Wo kommst Du her?
  • Hast Du ein eigenes Blog?
    Wenn ja: Möchtest Du es kurz vorstellen?

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Sebastian Haffner: Mut zu steilen Thesen

Sebastian Haffner war ein unberechenbarer Kommentator. Sein Biograf Jürgen Peter Schmied erklärt ihn im Biografien-Blog.

Youtube;  Bundesarchiv / P. Loescher & Petsch / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de; Sasquatchistheman, CC-BY-SA 4.0
Youtube; Bundesarchiv / P. Loescher & Petsch / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de; Sasquatchistheman, CC-BY-SA 4.0

Von Jürgen Peter Schmied

Sebastian Haffner (1907–1999) war einer der bedeutendsten deutschen Publizisten des 20. Jahrhunderts. Sein Leben war voller Wendungen – biografischen wie politischen –  und reich an Erfolgen. Er verdankte sie einer Reihe ausgeprägter Eigenschaften. Davon scheinen mir drei besonders bemerkenswert:

Schon als Schüler in Berlin zeigte sich Haffners außergewöhnliche sprachliche Begabung. Nach einem erfolgreichen Jurastudium und ersten schriftstellerischen Versuchen wurde er Journalist und Buchautor, zunächst im Deutschen Reich, dann in Großbritannien und schließlich in der Bundesrepublik Deutschland. Haffner schrieb sehr einfach, klar und plastisch, und damit es nicht zu langweilig wird, blitzt immer wieder eine Veranschaulichungspointe auf. In dem Geschichtsbuch Anmerkungen zu Hitler, seinem Meisterwerk aus dem Jahr 1978, erklärt Haffner das rhetorische Talent des Diktators zum Beispiel mit dessen Fähigkeit, „Versammlungen der verschiedensten Menschen“ in eine „knetbare Masse zu verwandeln, diese Masse erst in eine Art Trancezustand zu versetzen und ihr dann so etwas wie einen kollektiven Orgasmus zu bereiten“.

Ein weiteres Markenzeichen Haffners ist seine Vorliebe für kühne Gedankengänge und steile Thesen. Aus Hitler machte er einen unbeabsichtigten Förderer des Staates Israel, weil erst der millionenfache Judenmord „den Überlebenden die Verzweiflungsenergie eingeflößt“ hat, die „zur Staatsgründung notwendig war“. Walter Ulbricht war für Haffner einmal, 1966, der „bedeutendste deutsche Politiker seit Bismarck“, weil der Staatsratsvorsitzende der DDR gewissermaßen aus dem Nichts einen funktionierenden Staat geschaffen habe. Auch wenn die Überzeugungskraft solcher Argumente oft nur für ein paar Augenblicke wirkt. Dessen unbenommen: Haffners Texte sind anregend und meistens auch bereichernd.

Haffner besaß Mut oder besser: Courage. Ein wiederkehrendes Muster in seinem Leben war, dass er bei grundlegenden Meinungsverschiedenheiten mit seinen Verlegern oder Chefredakteuren kündigte – manchmal auch ohne einen adäquaten Ersatz zu haben. 1961 verließ er so die britische Wochenzeitung The Observer, 1962 die deutsche Wochenzeitung Christ und Welt, 1963 den Springer-Konzern und 1975 die Illustrierte Stern. Den wagemutigsten Schritt aber unternahm er 1938. Damals entschied sich Haffner, mit seiner jüdischen Freundin, die ein Kind von ihm erwartete, nach England zu emigrieren. Ohne vertieften Sprachkenntnisse und ohne konkrete Aussichten auf eine Verdienstmöglichkeit.

Dr. Jürgen Peter Schmied (Jahrgang 1974) ist Historiker und lebt in Bonn. Er hat in Heidelberg, Bonn und Oxford Geschichte, Germanistik und Philosophie studiert. Er hat sich viele Jahre mit Sebastian Haffner beschäftigt, seinen Nachlass ausgewertet und die bislang wichtigste Biografie über den Publizisten vorgelegt (siehe links).

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Wolfgang Amadeus Mozart: Der ewige Hipster

Mozart ist seit Jahrhunderten hip. Stefan Frenz erzählt im Biografien-Blog, was ihn an dem genialen Musiker fasziniert.

Foto: Francisco Peralta Torrejón, CC-BY-SA 4.0, Collage: Uhl
Foto: Francisco Peralta Torrejón, CC-BY-SA 4.0, Collage: Uhl

Hallo Stefan, wie hast Du zu Mozart gefunden?

Mein Weg zu ihm führte mich über die Musik, die mir schon immer sehr gefallen hat. Die Einfachheit und Klarheit, die sich unter anderem in den Klavierstücken zeigen, haben mir schon viele schöne Stunden beim Hören beschert. Außerdem begeistert mich die Tatsache, dass Mozart in vielen spannenden Biografien als Wunderkind bezeichnet wird. Bereits im Kindesalter, wo heutzutage andere Kinder gerade einmal Schreiben und Lesen lernen, hat er seine ersten Stücke geschrieben und war bereits ein sehr guter Pianist. Leider ist er viel zu früh wahrscheinlich an Syphilis verstorben. Er wurde nur 36 Jahre alt.

 

Was fasziniert Dich an Mozart am meisten?

Besonders gerne höre ich das Lied des Papageno aus seinem umfangreichen Werk "Die Zauberflöte" [siehe Clip]. Schon im Alter von nur 6 Jahren trat er mit Stücken am Klavier auf, die er fabelhaft interpretierte.

Er war auch ziemlich produktiv...

Ja! Seine Lebensgeschichte ist vor allem durch seine enorme Schaffenskraft geprägt. Neben den schon erwähnten Klavierstücken entstanden auch verschiedene Opern. In Österreich aufgewachsen zog er später nach Deutschland, wo er sich auch noch zu Lebzeiten einen Namen machen konnte. Übrigens hatte er zusammen mit Constanze Weber auch insgesamt sechs Kinder...  

 

Wie inspiriert Dich Mozart im Alltag?

Manchmal nehme ich bestimmte Themen oder die eigene Arbeit zu ernst. Dann schalte ich ein schönes Klavierstück von ihm ein und besinne mich wieder auf die Einfachheit und Klarheit. So fallen die anstehenden Aufgaben leichter man kann sich optimal konzentrieren und man schafft mehr. Ich spiele selbst Klavier und lasse mich im Stil immer von seiner Musik inspirieren. Wenn die Finger ganz locker über die Tastatur laufen, klingt es auch für die Zuhörer angenehm.

 

Hast Du eine Biografie über Mozart gelesen?

Bei der Recherche für einen kurzen Steckbrief über Wolfgang Amadeus Mozart für meinen Blog (www.biografienblog.de) habe ich einige biografische Überblicke gelesen. Mich haben vor allem die Fakten zu seinem musikalischen Schaffen und dem Werk interessiert. Dadurch habe ich zahlreiche neue Stücke von ihm entdeckt, die mir sehr gefallen haben.

 

Vielen Dank für's Mitmachen, Stefan!

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Gunnar Kaiser: Der Lehrer als Vorbild

Gunnar Kaiser ist ein Kölner Autor, Lehrer und Blogger. Seine Schülerin Mehrak erzählt, warum sie diese Mischung toll findet

Foto: Dieter Schütz  / pixelio.de
Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Hallo Mehrak, wer fasziniert Dich?

Mich fasziniert Gunnar Kaiser. Er ist Lehrer und zugleich ein kritischer Denker im Bezug auf unser Schulsystem. Er bloggt und schreibt über gesellschaftliche Probleme und über philosophisches Lösungsansätze!

 

Gunnar Kaiser (Jahrgang 1976) führt zwei Blogs: "der intellektuelle" und "philosophisch leben".

 

Wie inspiriert er Dich?

Wie er als Lehrer seinen Beruf ausführt und dabei gleichzeitig dieses System hinterfragt und uns Schüler damit konfrontiert.

 

Was genau läuft denn bei ihm so besonders?

Er ist dafür bekannt, seine Möglichkeiten zu nutzen, um sein Umfeld zum Nachdenken anzuregen. Er hinterfragt Normen und Werte in unserer Gesellschaft und regt uns Schüler dazu an, eine eigene Meinung zu bilden und nicht nur diese Daten in den Büchern auswendigzulernen.  

 

Das scheint Früchte zu tragen. Du bloggst ja selbst über ganz ähnliche Themen...

In meinem eigenen Blog Be the change you want to see in the world beschäftige ich mich auch mit gesellschaftlichen Problemen  und setzte mich mit dem Schulsystem auseinander.  Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Ich bin der Meinung, dass unser jetziges Schulsystem langfristig mehr Schaden anrichtet als es Nutzen bringt.

 

Dazu vielleicht noch eine kleine Kostprobe aus Mehraks Blog:

"In der Schule lernen wir eine Menge Formeln und Strukturen, die wir bulimisch zu nächsten Leistungsüberprüfung auswendiglernen sollen! Doch woran liegt es, dass viele Schüler trotz Abitur nichts mit ihrem Leben anfangen können? Dass sie persönlich unterentwickelt sind? Dass sie es nicht mal schaffen Banalitäten im Alltag zu meistern? Die Antwort lautet der Mangel an Erfahrung! Allein der Gedanke, dass unser Körper für das Jagen und Sammeln ausgelegt ist, und wir stundenlang gezwungen werden sitzend in einem Raum zu sein, sollte uns nachdenklich machen! Krankheiten wie Depression, Übergewicht, Organversagen lassen sich oft auf eine Mangelbewegung und eine Mangelernährung zurückführen, die von diesem stressigen Systemalltag unterstützt wird."

 

Danke für's Mitmachen, Mehrak!

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Jyoti Singh Pandey: Ein zerstörter Lebenstraum

Jyoti Singh Pandey wurde 2012 in Indien zu Tode vergewaltigt. Kerstin Scheuer erzählt ihre Geschichte im Biografien-Blog.

Jyoti Singh Pandey im Biografien-Blog Eulengezwitscher
Demonstration nach der tödlichen Gruppenvergewaltigung in Indien. Foto: Nilroy (Nilanjana Roy). Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die indische Studentin Jyoti Singh Pandey hatte ihr Leben vor sich - und sie hatte einen Lebenstraum: Ärztin werden. Vor drei Jahren, am 16. Dezember 2012, wurde sie in Neu Dehli von einer Gruppe von Männern angegriffen und zu Tode vergewaltigt. Sexuelle Gewalt ist allgegenwärtig - nicht erst seit den furchtbaren Vorfällen in der Silvesternacht. Dagegen helfen nur Aufklärung, Zivilcourage - und konsequente Strafverfolgung. Im Biografien-Blog Eulengezwitscher würdigt die Buchbloggerin Kerstin Scheuer (kerstin-scheuer.de) Jyoti Singh Pandey als starke Frau und erinnert an ihre tragische Lebensgeschichte zwischen Hoffnung und Horror.

Hallo Kerstin, wer fasziniert Dich?

Mich faszinieren vor allem starke Frauen, die sich unter schwierigen Bedingungen für ihre persönliche Freiheit und Gleichberechtigung einsetzen. Besonders beeindruckt hat mich zuletzt die Geschichte von Jyoti Singh Pandey, die am 16. Dezember 2012 in Neu-Dehli Opfer einer Massenvergewaltigung wurde und 13 Tage später an ihren schweren Verletzungen starb. Ihr Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen. Heftige Proteste sorgten schließlich für eine deutliche Verschärfung des indischen Sexualstrafrechts.

 

Warum ist  die Lebensgeschichte von Jyoti Singh Pandeys auch abgesehen von ihrem tragischen Ende besonders?

Jyoti Singh Pandey gehörte zu einer neuen indischen Frauengeneration, die nicht länger akzeptieren möchte, dass der eigene Lebensweg bereits durch die Geburt vorgezeichnet sein soll. Stattdessen arbeitete sie ehrgeizig und sehr erfolgreich an der Verwirklichung ihres Traums von einem besseren Leben. Jyoti wuchs in einem Slum in Neu-Dehli auf. Ihr Vater hielt die Familie mit dem Beladen von Flugzeugen einigermaßen über Wasser.

Für Jyoti, die davon träumte, Ärztin zu werden, waren das keine guten Startvoraussetzungen. Aber ihre Eltern meldeten Jyoti als erstes Mädchen in der örtlichen Privatschule an. Um Jyotis Schulausbildung zu finanzieren, verkauften sie ein kleines Stück Land, das ursprünglich Teil von Jyotis späterer Aussteuer als Braut sein sollte. Jyoti selbst hatte ihre Eltern dazu überredet, lieber in ihre Bildung zu investieren anstatt auf eine wirtschaftlich günstige Ehe zu hoffen. Jyoti war eine gute Schülerin, die später selbst jüngere Klassen unterrichtete. Nach ihrem Schulabschluss begann sie eine Ausbildung zur Krankengymnastin, die sie sich mit Nachtschichten in einem Call Center finanzierte.

Sie führte ein modernes Großstadtleben mit regelmäßigen Shoppingnachmittagen mit Freundinnen und einem festen Freund. Jyoti hatte Spaß am Ausgehen und ging gerne ins Kino. Nachbarn und Bekannte der Familie kritisierten diesen Lebenswandel als nicht angemessen für eine anständige junge Frau.. 

 

Wie bist Du auf Jyoti Singh Pandey gekommen?

Kurz nach Weihnachten sah ich einen Dokumentarfilm zur Massenvergewaltigung in Neu-Dehli vor knapp 3 Jahren. Darin wurde auch Jyoti Singh Pandeys Lebensweg nachgezeichnet.

 

 

Wie inspiriert sie Dich?

Mich inspiriert vor allem die große Zielstrebigkeit, mit der sie gegen alle finanziellen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten recht erfolgreich an der Verwirklichung ihres Lebenstraums arbeitete.

 

Hast Du eine Biografie über sie gelesen?

Eine geschriebene Biografie über Jyotis Leben kenne ich nicht; dazu ist die Tat wohl auch noch zu aktuell. Aber ich kann den bereits erwähnten Dokumentarfilm empfehlen. Hierin kommen neben Jyotis Eltern auch die Täter zu Wort. So entsteht ein rundes Gesamtbild, das gleich mehrere gesellschaftliche Probleme Indiens anspricht. Nur, dass die brutale Tat in all ihren grausigen Einzelheiten so ausführlich nacherzählt wird, störte mich etwas.

 

Vielen Dank für's Mitmachen, Kerstin.

Hier geht's direkt zu Kerstins Blog. Sie ist auch bei Twitter und Facebook...

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