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Wilhelm II.: "Es muss denn das Schwert nun entscheiden...."

"Mitten im Frieden überfällt uns der Feind!" Kaiser Wilhelm II. wählt die Worte genau, mit denen er die Deutschen Anfang August 1914 auf den Krieg einschwört. Seine Botschaft: Schuld sind die Anderen! Mit dieser Botschaft ist er allerdings nicht allein: In den Wochen vor dem Weltkrieg haben alle europäischen Diplomaten und Politiker die Verantwortung von ssich gewiesen. Alle miteinander haben sie es darüber versäumt, friedliche Lösungen zu finden. In der Julikrise gibt es nur Schuldige...

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Nikolaus II.: "Dear Willy!"

Da sind sie noch Freunde: Für den Fotografen tauschen der deutsche Kaiser Wilhelm II. und der russische Zar Nikolaus sogar die Uniformen, aber ein wenig steif ist die Beziehung der beiden Herrscher schon immer. Nikolaus ist von Wilhelms impulsiver Geschwätzigkeit genervt und Wilhelm hält Nikolaus in dessen Prunksucht für zu einfach gestrickt. Dabei sind die beiden Cousins. Die englische Königin Victoria ist ihre gemeinsame Großmutter. Diese beiden also, die sich seit ihrer Kindheit...

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Theobald von Bethmann Hollweg: Der glücklose Zocker

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Nikola Pasic: Ja? Nein? Vielleicht!

Dreimal lässt sich Nikola Pašić bitten. Erst ein dringendes Telegramm seines Kronprinzen Alexander kann den serbischen Ministerpräsidenten zur Rückkehr nach Belgrad bewegen. Zu gerne hätte er sich davor gedrückt, die österreichische Note selbst beantworten zu müssen, aber als Regierungschef steht er in der Verantwortung. Als er mit dem Nachtzug von der Wahlkampfreise wieder in Belgrad eintrifft, hat Pašić die Ärmel allerdings bereits wieder hochgekrempelt. Er weiß die Russen an...

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Sergej Sasonow: "Sie stecken Europa in Brand!"

Der österreichische Botschafter in Sankt Petersburg, Friedrich von Szápáry, hat keine leichte Arbeitswoche. Vor drei Tagen hat ihm der französische Staatspräsident Raymond Poincaré öffentlich und unverhohlen gedroht. Am 24. Juli 1914 – heute vor 100 Jahren – steht Szápáry im Büro des russischen Außenministers Sergej Sasonow und wird erneut regelrecht zusammengefaltet.

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Wladimir von Giesl: Das Ultimatum

Schlag 18 Uhr – genau vor 100 Jahren – betritt Wladimir von Giesl das serbische Außenministerium. In seiner Aktentasche trägt der österreichische Gesandte die verhängnisvolle diplomatische Note mit den ultimativen Forderungen Wiens an Belgrad. Darin verlangt Wien, dass die serbische Regierung „die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt und dass sie sich verpflichtet, diese terroristische und verbrecherische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken.“ Das...

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Raymond Poincaré: Blankoscheck 2.0

Die Kanonen donnern schon einmal. Begleitet von Salutschüssen und dem Jubel der russischen Bevölkerung verlässt Frankreichs Präsident Raymond Poincaré das repräsentative Kriegsschiff France. Vor ihm liegt ein dreitätiger Staatsbesuch in Sankt Petersburg. Eigentlich war eine Antrittsvisite beim russischen Zaren Nikolaus II. geplant. Angesichts der dunklen Wolken, die vom Balkan her über Europa aufziehen, sieht sich Poincaré allerdings eher auf einer Versicherungs- und...

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Leopold von Berchtold: Worte als Taten

Graf Leopold von Berchtold weiß nicht, ob er sich freuen oder fürchten soll. Die Stimmung des österreichischen Außenministers ist auf seltsame Weise gelöst und angespannt zugleich. Seine Idee, Alexander von Hoyos nach Berlin zu schicken, hat sich als diplomatischer Geniestreich herausgestellt. Jedenfalls nimmt er seinen seinen Kritikern den Wind aus den Segeln: Denn Hoyos hat den Blankoscheck im Gepäck, als er mit dem Nachtzug wieder in Wien eintrifft. Mehr noch: Hoyos kann ausrichten,...

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Alexander von Hoyos: Der Blankoscheck

Weltgeschichte wird in Wiener Kaffeehäusern gemacht. Der deutsche Publizist Victor Neumann hat Alexander von Hoyos, einen engen Mitarbeiter des österreichischen Außenministers Leopold von Berchtold, auf eine Tasse Melange eingeladen. Im Schutz des Konjunktivs (aber in der Sache unmissverständlich) hat er ihm zu verstehen gegeben, dass der deutsche Kaiser Wilhelm II. im Kriegsfall zu seinen Bündnispflichten stehen werde. Hoyos, der lieber heute als morgen in Serbien einmarschieren will,...

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Heinrich von Tschirschky: Der gemaßregelte Mahner

Heinrich von Tschirschky hat genug gehört. Der deutsche Botschafter in Wien ist gut vernetzt. Seit Jahren kann er sich auf sein zuverlässiges Gespür für die Stimmung in der österreichischen Regierung verlassen. Nach dem Attentat von Sarajewo registriert Tschirschky die Wut und den Wunsch nach Vergeltung. Der ungarische Regierungschef István Tisza scheint jedenfalls der Einzige zu sein, der einen Balkankrieg verhindern will. Selbst Außenminister Graf Leopold von Berchtold hat sich...

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