Nachruf auf Schimon Peres

Schimon Peres Biografie im Biografien-Blog Eulengezwitscher
Foto: World Economic Forum. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Schimon Peres ist tot. Der israelische Staatsmann erlag  im Alter von 93 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls. Peres hat in Israel seit der Staatsgründung Verantwortung getragen. Sein Einsatz für die Aussöhnung mit den Palästinensern hat ihm den Friedensnobelpreis eingebracht.

Schimon Peres war ein Urgestein der israelischen Politik. Über ein halbes Jahrhundert hat er in Jerusalem Verantwortung getragen. Die Herausforderung seines (politischen) Lebens war der Nahost-Konflikt. Dieser Konflikt zwischen Juden und Arabern war schon entbrannt, als Peres Mitte der 1930er Jahre mit seinen Eltern aus Polen ins Gelobte Land einwandert ist. Dort hatte sich die paramilitärische jüdische Organisation Hagana formiert, die nach der Staatsgründung Israels in die regulären Streitkräften integriert worden ist. Peres hat sich den jüdischen Kämpfern angeschlossen und Waffen und Personal für den späteren ersten israelischen Ministerpräsidenten, David Ben Gurion organisiert. Dessen Regierung schickt ihn nach dem siegreichen Gründungskrieg in den Westen. In Amerika studiert Peres Verwaltungswissenschaften, in Frankreich organisiert er Kampfjets und einen Kernreaktor für den jungen Staat, der vom ersten Tag an im Clinch mit seinen arabischen Nachbarn liegt. Obwohl Peres erstmals als stellvertrender Verteidigungsminister Regierungspolitik verantwortet (ab 1959), macht er sich in unterschiedlichen Spitzenpositionen (in den 1980er Jahren ist er selbst Regierungschef) zusehends für eine friedliche Lösung des Nahost-Konfliktes stark. 1995 erhält er dafür gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin und dem Palästinenserführer Jassir Arafat den Friedensnobelpreis.

Aber dieser Ehrung folgen zwei fatale Schicksalsschläge. Erst wird Rabin von einem fanatischen jüdischen Friedensgegner erschossen. Dann reagiert Peres als sein Nachfolger in der Regierungsverantwortung gewaltsam auf Raketenangriffe der palästinensischen Terrororganisation Hisbollah. Die israelische Luftwaffe fliegt zahlreiche Angriffe auf den Libanon (Operation Früchte des Zorns), bei denen über 100 Zivilisten ihr Leben lassen. Peres verliert erst die anstehende Wahl, dann sein Ministerpräsidentenamt. Nie aber hat er den Glauben an den Friedensprozess verloren, für den er in Nichtregierungsorganisationen ebenso arbeitet (The Peres Center for Peace) wie in der Politik. Das operative Geschäft (vor allem die aktuellen Friedensverhandlungen in Washington) hat er anderen überlassen. Als Staatspräsident hat er auf andere Weise auf die Geschicke seines Landes eingewirkt (2007-2014). Mit Schimon Peres ist einer der ganz großen Gestalter der Nachkriegszeit - weit über Israel und Palästina hinaus  - gestorben.

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