Pablo Picasso: Nachtvögel unter sich

Pablo Picasso hat Eulen gehegt, gepflegt und (meistens nachts) gemalt. Eine neue Biografie über Picasso und die Tiere...

Alle drei Picasso-Portraits lizensiert unter Gemeinfrei
Alle drei Picasso-Portraits lizensiert unter Gemeinfrei

Er war der Jahrhundertmaler: Pablo Picasso (1881-1973). Bekannt haben ihn seine blaue und rosafarbene Phase gemacht, der Durchbruch ist ihm ist er mit seinen kubistischen Bildern geglückt und zum Weltruhm hat er es spätestens mit seinem monumentalen Antikriegsgemälde Guernica gebracht. Lebenslang hat er immer wieder Tiere gemalt: der kleine Pablo Tauben und Stiere, der große Picasso Ziegen und Eulen. Eine neue und reichlich bebilderte Biografie berichtet über Picassos Tiere. Keine Frage, dass das Eulengezwitscher diesem Eulenfreund über die Schulter blickt...

Boris Friedewald

Die Tiere von Picasso

Erschienen bei Prestel im November 2014. 144 Seiten kosten in der gebundenen Ausgabe 16,95-. Euro. Leseprobe und weitere Features im Menu finden sich im Menü auf dem Cover (links oben).


Biografie Picasso

Seit Pablo Picasso malen kann, malt er Tiere. Die ersten Versuche leitet sein Vater an, ein Kunstlehrer, der ganz in den klassischen Maltechniken stecken geblieben ist und fast nur Tauben malt. Und so flattern bei Picassos zuhause überall Tauben herum. Beim traditionellen Stierkampf findet Picasso sein zweites Tiermotiv: Die mächtigen Bullen, die den Torreros die Hörner bieten. Wie sein Vater macht sich Pablo mit dem akademischen Malstil vertraut - aber anders als er geht er schon bald darüber hinaus. Über Madrid und Barcelona zieht es ihn nach Paris, dem Zentrum der künsterischen Avantgarde der Jahrhundertwende. Zwar trägt er fast kein Geld mehr bei sich, als er auf dem Montmatre, dem berühmten Pariser Bohéme-Berg ankommt, dafür umso mehr Ideen. Er bannt seine elendigen Lebensbedingungen in tristen Blautönen auf seine Leinwände, und dann seinen Lebensmut auf rosafarbene Bilder von Zirkusgestalten. Schließlich gelingt ihm der Durchbruch mit einem verrückten Bild von Prostituierten, die merkwürdig gewürfelt aus der Wäsche schauen. Der Kubismus ist erfunden. Von nun an wächst Picassos Ruhm (und auch die Zahl seiner Geliebten). Weltbekannt wird sein Schreckensbild Guernica, das die Grauen des spanischen Bürgerkriegs anprangert.

Buchbesprechung

Lebenslang malt Picasso Tiere. Diesen Aspekt seines Lebenswerk greift Boris Friedewald in seiner exzellent gemachten Bildbiografie heraus. In Kapiteln, die sich jeweils bestimmten Tiermotiven widmen, werden Tauben und Stiere, Hunde und Katzen, Affen und Pferde, Ziegen und Fische und natürlich Eulen so vorgestellt, wie sie Picasso gesehen hat. Beinahe (aber eben nur beinahe) nebenbei erzählt Friedewald erzählt anekdotisch die ganze Lebensgeschichte des Ausnahmemalers. Dass Picasso nicht nur vom würdevollen Habitus der Eulen begeistert ist, sondern auch ihren Lärm und ihren Dreck ausgehalten hat; dass er ganze Nächte unter den wachsamen Augen seiner Hauseule gemalt hat; dass ihm die Eule auf der Schulter sitzt und er ihren Ruf imitiert - das alles berichtet und bebildert Friedewald in einnehmender Weise. Dafür braucht er gut 140 Seiten in kleinem Format und vergisst auch eine Lebenschronik nicht. Alles in allem also ein wirkliches empfehlenswertes Büchlein für Picasso-, Biografien- und Eulenliebhaber...

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