Carl Fabergé: Frohe Ostern mit Fabergé-Eiern

Lizenz: tpabma / 123RF Stock Foto
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Peter Carl Fabergé. Lizenz: gemeinfrei
Peter Carl Fabergé. Lizenz: gemeinfrei

Er war der Mann mit den goldenen Eiern: Peter Carl Fabergé. Der russische Juwelierssohn verlebt eine Reisejugend: In Dresden geht er zur Handelsschule, dann lässt er sich in Frankfurt zum Juwelier und in Hanau zum Goldschmied ausbilden. Danach sammelt er in ganz Europa kulturelle und künstlerische Eindrücke, die er - zurück in der Heimat - geschickt umsetzt. Sein Mitarbeiter Eric Kollin kommt auf die glänzende Idee, den Osterbrauch zu veredeln. In Sankt Petersburg ist man sehr interessiert an Glitzer und Glamour und in Fabergés Werkstatt weiß man, wie man dieses Interesse erfolgreich bedient: mit den ersten und teuersten Überraschungseiern der Welt: Die Fabergé-Eier haben es in sich: Schmelzglas, Silber, Gold und gar Rubine kommen in immer neuen Kleinodien zum Vorschein, wenn die Dame von Welt eines der goldenen Eier öffnet. Denn nicht für Kinder, sondern für Kaiserinnen sind die Fabergé-Eier gedacht. Der russische Zar Alexander III. schenkt seiner Angetrauten Maria Fjodorowna 1885 ein Ei, in dem eine brütende Henne mit rubinroten Augen sitzt. Wie der Vater, so der Sohn: Nur will es Nikolaus II. besser, edler und teurer haben: Zur Erinnerung an seine Krönungsmesse gibt er bei Fabargé 1896/97 ein Ei in Auftrag, das alle bisherigen in den Schatten stellt: Das Krönungsei, das Nikolaus seiner Gattin Alexandra zum Geschenk macht, ähnelt von außen dem Mantel, den sie bei der Krönung getragen hat. Doch die eigentliche Krönung versteckt sich im Ei: Dort findet Alexandra ein Miniaturmodell der Kutsche, mit der sie zur Inthronisierung gefahren ist (siehe Clip).

Bis heute ist das Krönungsei das wertvollste Fabergé-Fabrikat (etwa 24 Millionen Euro). Auch wenn ihm der Glanz seines Schaffens hat ihn unsterblich macht: Fabergés Kleinodien machen dem Kunstschmiednicht nur Freude: Mit der Oktoberrevolution und dem Sturz der Romanows wird auch der Meister der imperialen Eier zur unerwünschten Person und stirbt 1920 im Schweizer Exil. Da ist es doch irgendwie besser, von geschichtlichen Zäsuren unbedroht ganz gemütlich mit ganz normalen Ostereiern zu feiern. Das Eulengezwitscher wünscht jedenfalls frohe Festtage und viele bunte Osternester...

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