Kurt Cobain: Heldentod im Heroinrausch

Kurt Cobain (1967-1994) war ein amerikanischer Rockmusiker

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Er war der bedeutendeste Rocker der 1990er Jahre: Kurt Cobain. Mit seiner Band Nirvana schrieb er Musikgeschichte und stieß den King of Pop vom Thron: Ihr zweites Album Nevermind verdrängte Michael Jacksons Dangerous von der Spitze der Billboard Music Charts. Eine Ikone wollte Cobain nicht sein. Den Kult um sich hat er nicht lange ausgehalten. Am 5. April 1994, heute vor 20 Jahren, hat er sich im Heroinrausch ein Schrotgewehr in den Mund gesteckt und abgedrückt...

Kurt Cobain wird am 20. Februar 1967 als Provinzei geboren. Seine Eltern Donald und Elizabeth leben im beschaulichen Nest Aberdeen im US-Bundesstaat Washington. Kurts Kindheit beginnt idyllisch: Ein braver, blonder Junge lernt Klavier und freut sich des Landlebens. Später hat er für Aberdeen weniger übrig. Die Menschen dort seien ein „bigottes Pack von Schwulenhassern und Holzfäller-Rednecks, die Kautabak kauen und Hirsche abknallen“. Nach neun Jahren zerbricht die Ehe der Eltern - und mit ihr das Glück des kleinen Kurts. Noch dazu nehmen sich drei Verwandte und ein Nachbarsjunge das Leben - düstere Vorahnung?


Kurt findet Trost bei seiner Gitarre. Bald hört  man aus seinem Zimmer die ersten Riffs. In Seattle, der nächsten größeren Stadt, rockt er in verschiedenen Bands. Cobains eigene Projekte tragen prophetische und programmatische Namen: Von Fecal Matter (Fäkalien) bis zu Nirvana (buddhistische Bezeichnung für den Ausweg aus dem Kreislauf der Leiden). Cobains Leiden besteht vor allem in starken Magenschmerzen. Seine Schmerzmittel sind Drogen. Damit hat er Erfahrung. Marihuana, LSD, hallizugene Pilze, Heroinspritzen - noch ehe er als Grunge-Rocker Karriere macht, durchläuft er die typische Junkiebiografie. Dass seine Frau Courtney Love genauso gerne auf Trips geht, macht die Sache nicht besser. Kurt Cobain richtet sich mit Ansage zugrunde. Seinen ausgemergelten Körper muss er unter mehreren Lagen von Schlabberpullis verstecken - so auch beim wohl berühmtesten Nirvana-Konzert: dem Gig bei MTV Unplugged (siehe Clip).  

Quelle: Instagram/Frances Bean Cobain
Quelle: Instagram/Frances Bean Cobain

Dabei trägt er Verantwortung nicht nur für sich - und das ist bei aller berechtigten Heldenverehrung für das Sprachrohr einer ganzen Generation unverzeihlich: Kurt Cobain und Courtney Love sind Eltern der kleinen Frances, die heute über Instagram Bilder von sich mit ihrem Vater postet (siehe rechts). Als seine Tochter gerade mal einen Tag alt ist, taucht Cobain mit einer Knarre im Krankenhaus auf, und spricht von Selbstmord. Mit Mühe und Not bringt in Courtney Love davon ab - vorerst. Dem Magazin Rolling Stone erzählt sie:  "Aber am Ende rückte er die Pistole heraus. Kurt ging dann in irgendein anderes Zimmer des Krankenhauses, er hatte eine Dealerin zu sich bestellt. Im Krankenhaus starb er fast. Die Dealerin sagte, sie hätte noch nie jemanden so tot gesehen." Cobain kann noch toter: Immer häufiger spricht er von Suizid. Er posiert mit einem Lauf im Mund und nimmt (vergeblich) eine Überdosis Tabletten. Aber am Ende siegt die Sehnsucht nach dem Sterben: Im Heroinrausch tötet sich Cobain mit einem Schrotgewehr. In einem langen Brief versucht er sich bei seiner Familie für das Unentschuldbare zu entschuldigen: "Du weißt, daß ich dich liebe, und daß ich Frances liebe", schreibt er an Courtney Love, "es tut mir so leid. Bitte folg mir nicht nach. Ich weiß nicht, wohin ich jetzt gehe, ich halt's nur hier nicht mehr aus." 27 Jahre ist Cobain, als er sich das Leben nimmt - wie so viele andere Ikonen aus Pop und Rock...

 

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