Barbara Salesch: Anfängerin aus Leidenschaft

Barbara Salesch spricht über ihr Leben voller Wendungen

Barbara Salesch im Gespräch mit Jana Brechlin
Barbara Salesch im Gespräch mit Jana Brechlin

Diese Frau ist ein echtes Energiebündel: Der Auftritt von Barbara Salesch in der Autorenarena  der Leipziger Volkszeitung entspricht ganz ihrer Erscheinung: Wuchtig ist er wie ihre Statur, feurig wie ihre roten Haare, keck wie ihre funkelnden Augen,  lässig wie das weite Gewand, das sie trägt und bunt wie der Schal den sie trägt. Das Eulengezwitscher hat die Vorstellung ihrer Autobiografie "Ich liebe die Anfänge" besucht: Mit ihrem lebensbejahenden Optimismus macht Barabara Salesch auf der Buchmesse vor allem eines: Lust auf Veränderung.

Barbara Salesch

Ich liebe die Anfänge!

Von der Lust auf Veränderung

Erschienen bei Fischer Krüger im März 2014. 256 Seiten kosten in der gebundenen Ausgabe 18,99 €.


Zugegeben: Dieser Termin war nicht geplant. Nach einem langen Messetag mit vielen guten Gesprächen und Eindrücken habe ich eigentlich nur ein Plätzchen gesucht, um etwas auszuruhen. Gefunden habe ich die Autorenarena der Leipziger Volkszeitung. Dort also überrascht mich Barbara Salesch. Zwar weiß ich nicht viel von ihr, aber ich hege auch keine großen Erwartungen. Was kann man auch von einer Vorsitzenden Richterin erwarten, die am Landgericht ihre Zelte abbricht, um im privaten Nachmittagsprogramm in einer Gerichtsshow mit mittelmäßigen Laiendarstellern künstlich dramatisierte Strafrechtsfälle zu verhandeln? Nicht viel, möchte man meinen - und das ist ein Irrtum. Man darf zuallererst eine professionelle Repräsentantin unseres Rechtsstaats erwarten, die ihre Rolle als Richterin nach wie vor sehr ernst nimmt und sich in kollegialer Zurückhaltung nicht zum Fall Hoeneß äußert (obwohl der Urteilsspruch nur wenige Stunden alt ist). Dann darf man eine quietschfröhliche  Powerfrau erwarten, deren realistischer Riecher für die Quote trotzdem Raum für eine gesunde Selbstironie lässt: "Die Leute wollen eben Blut sehen", sagt Barbara Salesch zu ihrer TV-Gerichtsshow , "es muss tropfen." 

Man darf drittens eine engagierte Mutmacherin erwarten, die Frauen ermuntert, sich im Job selbstbewusster zu geben und nicht jedes spannende Angebot den Männern zu überlassen (dazu der Audioclip). Vor allem aber darf man eine Anfängerin aus Leidenschaft erwarten: Barbara Salesch empfindet ihr Leben voller Wendungen (beruflich wie persönlich) keineswegs als gebrochene Biografie. Im Gegenteil: Ihr Lebenskonzept besteht geradezu darin, immer wieder neue Anfänge zu wagen. Nach zwölf Jahren als TV-Richterin hat sie die Säge mit zum Set genommen und ihr Pult zu Kleinholz gemacht.


Seither widmet sie sich der Kunst. Im eigenen Atelier und in der Galerie Barbara Salesch arbeitet sie jetzt als Malerin und Bildhauerin und erfüllt sich damit einen lang gehegten Wunsch.

Ihre Autobiografie "Ich liebe die Anfänge!" hat sie quasi nebenher geschrieben. Es scheint, als ziehe Barbara Salesch ihre Energie und Kreativität gerade aus den vielen Veränderungen, in die sie sich stürzt. Ihre Lust auf Veränderung jedenfalls ist ansteckend...

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