Giuseppe Verdi: Der Opernfürst

Gefangenenchor aus Nabucco (Lizenz: gemeinfrei)
Gefangenenchor aus Nabucco (Lizenz: gemeinfrei)
Giuseppe Verdi (Gemälde:  Giovanni Boldini, Lizenz: gemeinfrei)
Giuseppe Verdi (Gemälde: Giovanni Boldini, Lizenz: gemeinfrei)

Er war der Großmeister der italienischen Oper: Giuseppe Verdi. Seiner Feder verdanken wir mehrere Sternstunden des Bühnenmusik-Repertoires, darunter 'Aida', 'La Traviata' und 'Rigoletto'. Verdis Melodien verzücken nicht nur Opernkenner - sie sind gewissermaßen Evergreens aus dem High End-Segment. Bis zum Weltruhm ist Verdi einen langen und steinigen Weg gegangen. Lange bevor er seine weltberühmten Kompositionen zu Notenpapier bringt, ereilen in in kurzer Zeit gleich drei schwere Schläge: Verdi verliert erst seine Tochter Virginia, dann seinen Sohn Icilio und schließlich seine Frau Margherita. Sein Freund, Förderer  und Schwiegervater Antonio Barezzi hält zu dem gebrochenen, aber talentierten Musiker, der noch auf seinen Durchbruch wartet. Verdi stellt sich seinem Schicksal und konzentriert sich auf seine Karriere. Schon als Kind war er aufgefallen, weil er so wundervoll wie selbstverständlich die Orgel und das Cembalo beherrscht hatte. Kein Zweifel: Musik ist sein Leben - auch sein Lebensunterhalt?

Das berühmte Mailänder Konservatorium ist skeptisch und lehnt den Bewerber Verdi ab. Verdi selbst sieht das anders und antwortet mit  der Oper 'Nabucco'. Vor allem der Gefangenenchor macht ihn über Nacht zum Star. Die von Österreich besetzen Italiener erkennen sich in den geknechteten Juden wieder, die in 'Nabucco' gegen ihre babylonische Unterdrückung aufbegehren. Ein filmisches Denkmal findet der musikalische Protest gegen die habsburgische Fremdherrschaft in 'Sissi'. In der Mailänder Scala erwartet das junge Kaiserpaar eine lautstarke Überraschung: 


Als Italien 1861 unabhängig wird, zieht der Nationalheld Verdi für vier Jahre ins Parlament ein. Dann widmet er sich wieder der Musik. Während sein deutscher Antipode Richard Wagner auf dem Grünen Hügel in Bayreuth ein eigenes Festspielhaus errichtet, bereist Verdi Europa. Nicht nur in Mailand jubeln sie ihm mittlerweile zu, auch in Paris und sogar  in Kairo. Dort schenkt er mit Aida auch den  Ägyptern eine eigene Oper (wenn man bei seinem horrenden Honorar noch von schenken sprechen darf). Aber Verdi, der 1901 gestorben ist, konnte nicht nur Oper. Eines seiner eindrucksvollsten Werke ist das Requiem - die Totenmesse mit ihrem bombastischen Dies irae (im Clip die Berliner Philharmoniker unter Mariss Jansons).


Heute, am 9. Oktober 2013 wäre Giuseppe Verdi 200 Jahre alt geworden. Sein Gefangenenchor ist aktueller denn je. Wiederum ist das italienische Volk gefangen. Diesmal aber ist es kein österreischer Kaiser, der es in politischen Fesseln hält, sondern einer der ihren. Es wird Zeit, dass sich die italienischen Abgeordneten erheben und Silvio Berlusconi ihr Va pensiero! entgegenschmettern:

 

Schweb' hin, Gedanke Du, auf gold'nem Flügel

Enteile zu dem fernen, teuren Strand,

Wo leis' und lind, umduftend Tal und Hügel

Die freie Luft begrüßt mein Vaterland.

Giuseppe Verdis Biografie weiterzwitschern:

Ein Klick auf die Eule führt zu den klassischen Musikern im Biografien-Blog Eulengezwitscher...