Steve Jobs: Leben spannend, Biografie nicht

Walter Isaacson über Apple-Gründer Steve Jobs

Walter Isaacson

Steve Jobs

Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers

Erschienen bei C. Bertelsmann im Oktober. 704Seiten kosten in der gebundenen Ausgabe 19,99 €, broschiert  12,99 € und als E-Book 9,99 €.


Walter Isaacson ist ein erfahrener Biograf (u. a. Einstein, Franklin, Kissinger). Steve Jobs wusste, warum er Isaacson gebeten hat, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Dementsprechend ist die Biografie auch autorisiert. Das scheint nichts Gutes zu verheißen, weil Jobs alles abgesegnet hat, was über ihn berichtet wird. Diese Hürde aber hat Isaacson bravourös gemeistert, denn er lässt trotz (offenbar ehrlicher) Bewunderung auch die Schattenseiten des Apple-Gründers nicht aus: Jobs war nicht nur ein begnadeter Visionär, sondern auch ein launischer, gehässiger und rücksichtsloser Mensch. Isaacson verschweigt das nicht. Er zieht zahlreiche Interviewpartner heran, um Jobs' Vergangenheit zu rekonstruieren und authentisch aufzubereiten. Das ist seine Stärke (die Biografie ist umfassend und umsichtig recherchiert), aber auch seine Schwäche. Denn über seine Chronistenpflicht kommt der Biograf kaum hinaus. Er dokumentiert den Lebensgang, aber er erzählt nicht. Zwischen Isaacssons Buchdeckeln wird Jobs nicht lebendig. Genau das aber sollten Biografien leisten. Kleine wie große.

Fazit: Walter Isaacson hat ein spannendes Leben gründlich recherchiert, aber langweilig berichtet.

Übrigens: Steve Jobs gibt es auch im Eulengezwitscher...

Die Rezension über die Jobs-Biografie weiterzwitschern:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0