Amy Winehouse: Soul und Sucht

Festival Eurockéennes. Lizenziert unter CC BY 2.0
Festival Eurockéennes. Lizenziert unter CC BY 2.0

Sie hatte eine Jahrhundertstimme: Amy Winehouse. Schon als Teenager hat Amy eine Röhre wie eine fünfzigjährige Schwarze. Das stellt zumindest einer ihrer frühen Förderer im Londoner Jazz-Jugendorchester staunend und bewundernd fest. In der Tat: Amy ist die geborene Jazzsängerin. Das hat sie von ihrem Vater Mitch, einem Londoner Taxifahrer aus jüdischer Familie. Mitch hört  die Soul- und Jazzlegenden der 1960er Jahre rauf und runter. Amy singt die Songs nach und hat den Rythmus schnell im Blut. Singen wird zu ihrem Lebensinhalt.

Selbst im Unterricht trällert sie fröhlich vor sich hin. Mit Selbstdisziplin hat schon die Fünfzehnjährige wenig am Hut. An einer normalen Schule ist sie damit fehl am Platz. Aber auf einer Schule für Bühnenkünstler ist sie besser aufgehoben. Auch wenn sich Amy um fast nichts kümmert, tut sie alles, um an diese Schule zu kommen.


Sie besorgt das Anmeldeformular alleine, füllt es alleine aus und verfasst ein Motivationsschreiben: "Ich will berühmt werden. Ich will, dass die Menschen meine Stimme hören und für fünf Minuten ihre Sorgen vergessen." Sorgen kennt Amy zur Genüge: Seit der Scheidung ihrer Eltern  verfolgt sie der Alptraum verlorener familiärer Nähe und Geborgenheit. Darunter leidet sie Zeit ihres allzu kurzen Lebens. Die Trennungen von ihrem ersten Freund und von ihrem späteren Mann Blake Fielder-Civil stürzen Amy in tiefe Krisen. Aus diesen Depressionen findet Amy zwei Auswege: Der eine, die Musik, führt sie zum Weltruhm. Der andere Ausweg führt über Drogen in den Tod. In ihren eigenen Songtexten verarbeitet sie all' das Leid, das ihr widerfährt. Im Alkohol ertränkt sie die Ängste und Sorgen, die sich nicht wegsingen lassen. Dort, wo sich die beiden Auswege kreuzen, schafft Amy den Durchbruch: "Sie wollten, dass ich in eine Reha-Klinik gehe", textet die längst dem Alkohol verfallene Amy, "aber ich habe nein gesagt." 'Rehab' heißt die erste Auskopplung aus ihrem preisgekrönten Album 'Back to black'. Die geplante Europatournee wird zum Desaster. Amy steht betrunken auf der Bühne, so wie sie sie schon jahrelang durch die Londoner Bars und Clubs torkelt. Obwohl sie ein halbes Jahr Auszeit in der Karibik nimmt, ist es zu spät. Amy erliegt ihren Eskapaden. Im Alter von nur 27 Jahren - wie so viele andere Rocklegenden auch - stirbt Amy Winehouse 2011 an einer Alkoholvergiftung. Heute, am 14. September 2013, wäre sie 30 Jahre alt geworden.

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