Zinedine Zidane: Frankreichs Fußballgott

Raphaël Labbé - Zinedine Zidane. Licensed under CC BY-SA 2.0
Raphaël Labbé - Zinedine Zidane. Licensed under CC BY-SA 2.0

Er führte Frankreich zum ersten Fußball-Weltmeistertitel: Zinedine Zidane. 1997/98 ist die Saisons seines Lebens: Der geniale Mittelfeldstratege mit dem Spitznamen Zizou gewinnt so ziemlich alle Auszeichnungen, die man auf dem grünen Rasen gewinnen kann. Mit Juventus Turin holt er die italienische Meisterschaft und daneben feiern ihn Frankreich, Europa und die Welt jeweils als ihren Fußballer des Jahres. Der größte Triumpf für den Sohn algerischer Einwanderer aber ist die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Schon in der Vorrunde drehen les Bleus (die Blauen) auf: Südafrika, Saudi-Arabien werden abgefertigt, mit Dänemark tut man sich schwerer. Das liegt auch daran, dass der Heißsporn Zidane im zweiten Gruppenspiel völlig überflüssig die Sense auspackt und dafür die rote Karte sieht - insgesamt fliegt Zizou in seiner Karriere sage und schreibe 15 Mal vom Platz. Auch im Achtelfinale gegen Paraguay ist es ohne Zidane knapp. Danach darf er wieder mitkicken und dabei helfen, Italien aus dem Turnier zu kegeln. im Halbfinale unterliegt Kroatien. Das Endspiel im heimischen Stade de France wird zur großen Gala der Équipe Tricolore: 3:0 fegen die Gastgeber den amtierenden Weltmeister Brasilien vom Platz - Zidane selbst steuert zwei Tore bei. Beinahe gelingt ihm dieses Kunststück acht Jahre später ein zweites Mal. Mittlerweile läuft Zidane für Real Madrid auf. Die Königlichen hatten über 70 Millionen Euro Ablöse locker gemacht - der bis dahin teuerste Transfer aller Zeiten. Der französischen Nationalmannschaft hat er trotz eines zwischenzeitlichen Rücktritts die Treue gehalten - mit durchschlagendem Erfolg: Beim deutschen Sommermärchen stehen sich Franzosen und Italiener im Weltmeisterschaftsfinale in Berlin gegenüber. Wieder hat Zizou alle Fachleute überzeugt und ist schon vor dem Anpfiff zum Spieler des Turniers gewählt worden. Jetzt freut er sich auf sein letztes Länderspiel - auch das hat er vor Spielbeginn angekündigt. Einen denkwürdigeren Abgang kann man sich kaum vorstellen. Alles beginnt nach Plan: Der geniale Techniker Zizou schlenzt einen dreist-verwegenen Elfer unter die Latte und bringt die Franzosen in Führung (siehe erster Clip).

Dann aber zeigt Zidane auch seine dunkle, launische, cholerische Seite. Eine kleine Rangelei mit dem italienischen Innenverteidiger Marco Materazzi hat große Folgen. Materazzi ruft dem Franzosen eine unflätige Bemerkung über dessen Schwester hinterher - und Zidane sieht erst rot, dann Rot. Ein wuchtiger Kopfstoß fällt den Italiener und lässt dem Schiedsrichter keine Wahl. Er beendet Zidanes Karriere mit einem Platzverweis (siehe zweiter Clip). Besser kann ein einziges Spiel die Karriere dieses Ausnahmefußballers nicht zusammenfassen. Höhepunkt dieser Laufbahn aber war und bleibt der Weltmeistertitel, den Zidane am 12. Juli 1998 gewonnen hat - heute vor 15 Jahren.

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