Clara Zetkin: Die Arbeitnehmer-Anwältin

Clara Zetkin Biographie im Biografien-Blog
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Sie lieh der Arbeiterschaft ihre Stimme: Clara Zetkin (1857-1933): "Ich will nicht leben um zu arbeiten", ruft die Sozialdemokratin am 1. Mai 1913 bei einer Kundgebung in Karlsruhe, "ich will arbeiten, um zu leben, um menschenwürdig zu leben, um kulturwürdig zu leben." Die gelernte Lehrerin Clara Zetkin setzt sich vor allem vor die Rechte der Frauen ein. Unermüdlich kämpft sie für den Mutter- und Arbeitsschutz der Fabrikarbeiterinnern, von denen es seit der Industrialisierung immer mehr gibt. In der selbst gegründeten und geleiteten Zeitschrift "Die Gleichheit" macht sie immer wieder auf die schwierige Situation der Frauen aufmerksam. Außerhalb Deutschlands macht sich Zetkin ebenso für ihre Überzeugungen stark und wird zur Vorsitzenden des Internationalen Frauensekretariats gewählt. Auch in ihrer Mairede heute vor 100 Jahren lässt sie ihr Herzensanliegen nicht unerwähnt:  "Solange der Sonnabend-Nachmittag nicht frei und der Arbeiterin für ihre häuslichen Verrichtungen, für ihre mütterlichen Aufgaben zurückgegeben ist, solange ist der Sonntag für unsere Hunderttausende von Arbeiterinnen, von verheirateten Arbeiterinnen, kein Sonnentag, kein Freudentag, kein Tag der Sammlung, kein Tag der Erquickung. Er ist der große Scheuer-, Wasch- und Flicktag in der ganzen Welt."

Clara Zetkin (li.) und Rosa Luxemburg (Lizenz: gemeinfrei)
Clara Zetkin (li.) und Rosa Luxemburg (Lizenz: gemeinfrei)

So richtig Clara Zetkins Analyse der Arbeitslage sein mag, so falsch sind die Konsequenzen, die sie daraus zieht: "Unsere Maigedanken sind eine Kriegserklärung der Todfeindschaft, die wir der bürgerlichen Gesellschaft als Ganzes in das Antlitz schleudern." Ihre markigen Worte und Gedanken sind radikaler als es die Sozialdemokratie am Vorabend des Ersten Weltkrieges ist. Weder will sie den bisherigen Staat, noch dessen Krieg mittragen und so kehrt sie der SPD den Rücken: erst als Mitbegründerin des Spartakusbundes, dann als treibende Kraft der Abspaltung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei" (USPD). Schließlich erliegt sie den Verlockungen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), für die sie in den Reichstag der Weimarer Republik einzieht. 1932 eröffnet die mittlerweile 75-Jährige als Alterspräsidentin das Parlament "in der Hoffnung trotz meiner jetzigen Invalidität das Glück zu erleben, als Alterspräsidentin den ersten Rätekongreß Sowjetdeutschlands zu eröffnen.“ Mit solchen Worten versetzt Zetkin der Weimarer Republik, die sie eigentlich vertreten soll, bittere Schläge. Dabei taumelt die deutsche Demokratie ohnehin schon der nationalsozialistischen Machtergreifung entgegen. Damit trägt die einstige sozialdemokratische Vorzeigefrau Clara Zetkin Mitverantwortung für den Untergang der Republik, für die die Sozialdemokraten bis zuletzt gekämpft haben. Kurz nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler muss Zetkin ins Moskauer Exil fliehen, wo sie wenig später stirbt. 

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