Adolf Hitler: Das Böse

Hitler Biographie im Biografien-Blog
Quelle: http://lagis.online.uni-marburg.de/de/imagepopup/s3/sn/edb/id/709-F-20, © Druck: Deutschland erwacht. Werden, Kampf und Sieg der NSDAP, 1933, S. 79

Nun also doch: Adolf Hitler (1889-1945) ist an der Regierung. Zweimal hat sich Paul von Hindenburg, das greise Staatsoberhaupt der todgeweihten Weimarer Republik geweigert, den von ihm verachteten "böhmischen Gefreiten" zum deutschen Reichskanzler zu ernennen. Am 30. Januar 1933 aber tut er es doch: Zehn Jahre nach Hitlers gescheitertem Staatsstreich gegen die Republik ist er nun deren Regierungschef.

Der Lebensversager

Bundesarchiv, Bild 102-13774 / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA
Bundesarchiv, Bild 102-13774 / Heinrich Hoffmann / CC-BY-SA

Der Hitler-Putsch von 1923 war nicht die einzige Niederlage des gebürtigen Österreichers. Im Gegenteil: Erfolge oder Verdienste, die seine Kanzlerernennung erklären könnten - Fehlanzeige! Hitler war sogar ein regelrechter Lebensversager: In der Schule war er dreimal sitzengeblieben, in seinen Jugendjahren in München und Wien hatte er sich als Gelegenheitskünstler mehr schlecht als recht durchgeschlagen und Ansichtskarten gezeichnet. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig - in Deutschland.  Seine kommandierenden Offiziere aber trauten ihm Führung nicht zu und so brachte er nur zum Gefreiten. Dieser gleich mehrfach Gescheiterte also schickt sich nun an, Deutschlands Geschicke in die Hand zu nehmen. Für den (Fackel)-Schein von Tatkraft sorgt Hitlers emsig brummende Propagandamaschine, die von Joseph Goebbels gelenkt wird: Die Nationalsozialisten feiern Hitlers Machtergreifung als "Tag der nationalen Erhebung" mit einem Fackelzug durchs Brandenburger Tor. Mit ausgestrecktem rechten Arm grüßt der neue Reichskanzler seine im Stechschritt vorbeidefilierenden Schlägertrupps der SA (Sturmabteilung). In Straßenschlachten und Lokalprügeleien mit den politischen Gegnern (Kommunisten, Sozialdemokraten) hat die SA bereits Hitlers wahre, brutale und rücksichtslose Fratze gezeigt, aber das wollen die Deutschen nicht sehen. Sie sehen nur den neuen vermeintlich starken Mann, der sich brüstet, alle inneren und äußeren Probleme lösen zu können: Armut und Arbeitslosigkeit will er ebenso überwinden wie die Kriegsniederlage und den schmachvollen Versailler Friedensvertrag. Noch lieber als den neuen starken Mann zu sehen, der sich bei Licht betrachtet hölzern wie eine schlecht geschnitzte Marionette bewegt, wollen ihn die Deutschen hören. Denn eines konnte Hitler  tatsächlich: reden. Wie kein Zweiter hypnotisierte Hitler die Massen mit Worten

Das sogenannte "Dritte Reich"

Dass Hitler sich und sein "Drittes Reich" dabei auch noch in die ruhmreiche deutsche Geschichte einordnete und sich so den Glanz geschichtlicher Erfüllung verlieh, gefiel den von den Siegermächten gekränkten Deutschen - aber ach, das ist in jeder Hinsicht falsch und bloße Geschichtsklitterung: Denn Hitler war kein Friedrich der Große, den er so verehrte. Der war Preuße, hatte für ein Deutsches Reich wenig und für die Österreicher nichts übrig. Hitler war auch kein Bismarck, denn jener war ein gebildeter Diplomat, der seine Bündniskünste für die Friedenserhaltung einsetzte und nicht, um Krieg zu führen.

Bundesarchiv, Bild 183-S33882 / CC-BY-SA 3.0
Bundesarchiv, Bild 183-S33882 / CC-BY-SA 3.0

Hitler war noch nicht einmal ein neuer Kaiser. Ihm fehlte die Würde Wilhelms I. und selbst mit Wilhelm II., der gerne mit dem Säbel rasselte, hatte mit Hitler fast nichts gemein. Denn Wilhelm rasselte eben nur - und als der Krieg dann kam, da rasselte er noch einmal besonders laut und überließ dann seinen Generälen das Feld. Ganz anders Hitler, der die totale Macht nur will, um den totalen Krieg der Rassen zu entfesseln und höchstselbst zu führen: Früh schon ließ er sich Führer nennen, erst von den Parteigenossen, dann vom Volk. Im Krieg, den Hitler kraft seiner Herrlichkeit ganz alleine zu gewinnen dachte, flüsterwitzelte man vom GröFaZ (Größter Feldherr aller Zeiten). GröVaZ wäre treffender gewesen. Denn Hitler war der größte Verbrecher aller Zeiten. Erst ließ er alle politischen Gegner hinrichten, gleich ob sie sich wehrten oder nicht. Selbst persönliche Freunde exekutierte er ohne mit der Wimper zu zucken, wenn sie zu eigenmächtig wurden. Er schickte Millionen von Soldaten in den Tod, selbst Kinder und selbst dann noch, als alles entschieden war. Er setzte seine menschenverachtende Rassenlehre ins Werk und ließ Millionen wehrloser Menschen erschießen: Polen, Russen, Sinti und Roma, geistig und körperlich Behinderte. Sein größtes Verbrechen aber ist der Holocaust: Hitler baute Fabriken, um Menschen zu töten und um ein ganzes Volk, die Juden, auszurotten:


Lizenz:
Häftlinge bei der Ankunft im KZ Auschwitz (Bundesarchiv, Bild 183-N0827-318 / CC-BY-SA)

Die Antwort auf die sogenannte Endlösung der Judenfrage waren die Gaskammern in den Konzentrationslagern. Das alles hätten die Deutschen heute vor 80 Jahren noch nicht noch nicht sehen müssen, aber sie hätten es sehen können, wenn sie Hitlers ungenierte Offenbarung  "Mein Kampf" nicht nur gekauft, sondern auch gelesen und ernst genommen hätten: Selbst wer nicht bis zu den Kapiteln über Rassenwahn und Judenhass gekommen wäre, der hätte doch schon auf der ersten Seite stutzig werden müssen. Denn dort lässt sich nachlesen, was Hitler von den Deutschen wollte: Den Endsieg im Eroberungskrieg um Lebensraum: "Der Pflug ist dann das Schwert, und aus den Tränen des Krieges erwächst für die Nachwelt das tägliche Brot." Die Deutschen, das Volk der Dichter und Denker, haben es nicht gelesen. Sie jubelten lieber (und noch freiwillig) angesichts des neuen Hoffnungsträgers.

 

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