Richard Nixon: Der Skandal-Präsident

Quelle: NARA record: 8451334, Lizenz: geemeinfrei
Richard Nixon (Foto: Oliver F. Atkins)

Er scheiterte noch schlimmer als der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff: Richard M. Nixon, der 37. US-Präsident (1913-1994). Wie Wulff ist auch Nixon erst unter gewaltigem öffentlichen Druck und drohender Strafverfolgung zurückgetreten. Anders im Fall Wulff war gegen Nixon bereits ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet worden. Und anders als bei Wulff lauteten die Vorwürfe nicht "nur" Vorteilsnahme und dubiose Kreditgeschäfte, sondern Missbrauch von Regierungsbehörden, Straftatsvertuschung und Justizbehinderung.

Was war passiert und wie konnte es dazu kommen? Denn es hatte ja gut angefangen: Richard Nixon wurde in eine Quäkerfamilie geboren: Gebete statt Flüche, Tee statt Alkohol, harte Arbeit statt müßigem Spiel – dass eine solche Erziehung durchaus auch ins Weiße Haus führen kann, hat Jimmy Carter gezeigt. Nixon aber fiel er aus der Rolle. Im Präsidentschaftswahlkampf 1972 hatte der zeitlebens nervöse Republikaner Nerven gezeigt und einen Einbruch in das Hauptquartier der Demokratischen Partei zumindest stillschweigend gebilligt.

Watergate-Gebäudekomplex
Watergate-Gebäudekomplex

Dort – im Watergate-Gebäudekomplex – sollten Wanzen installiert und Dokumente kopiert werden, um die politischen Gegner erst auszuspionieren und dann mit pikanten Details bloßzustellen. Sowohl was Einbrüche als auch was Verleumdungen angeht, hatte Nixon schon einschlägige Erfahrungen gesammelt: Als Student war er ins Dekanatsbüro eingestiegen, um die Prüfungsunterlagen vorab einzusehen. Und im Wahlkampf um den kalifornischen Senatorenposten diffamierte er seine Gegenkandidatin als Kommunistin – das war in den 50er Jahren in der US-Politik schwer in Mode und fast immer erfolgreich gewesen (sog. McCarthy-Ära).

Watergate-Gebäudekomplex
Watergate-Gebäudekomplex

Dort – im Watergate-Gebäudekomplex – sollten Wanzen installiert und Dokumente kopiert werden, um die politischen Gegner erst auszuspionieren und dann mit pikanten Details bloßzustellen. Sowohl was Einbrüche als auch was Verleumdungen angeht, hatte Nixon schon einschlägige Erfahrungen gesammelt: Als Student war er ins Dekanatsbüro eingestiegen, um die Prüfungsunterlagen vorab einzusehen. Und im Wahlkampf um den kalifornischen Senatorenposten diffamierte er seine Gegenkandidatin als Kommunistin – das war in den 50er Jahren in der US-Politik schwer in Mode und fast immer erfolgreich gewesen (sog. McCarthy-Ära).

Beim Watergate- Einbruch hat Nixon aber Pech. Der Wachdienst ist auf Zack und setzt die Einbrecher fest. Vor Gericht halten sie – gegen Bezahlung – solange dicht, bis ihnen der Richter, der sich mit wortkargen Geständnissen nicht zufrieden gibt, übermäßig lange Haftstrafen androht. Mit dem ersten Geständnis beginnt ein politisches Dominospielchen: Einer nach dem Anderen fallen die Handlanger und die Berater des Präsidenten: Es hagelt Rücktritte, Entlassungen und Haftstrafen. Das aber ist weder den eifrigen Journalisten der Washington Post genug (siehe Filmtipp 'Die Unbestechlichen'), noch der Justiz.


Obwohl sich Nixon mit Händen und Füßen gegen mediale und juristische Aufklärung sträubt und sogar Beweismittel vernichten lässt, tauchen Tonbänder auf, mit denen die Watergate-Affäre bis Weiße Haus zurückverfolgt werden kann. Nixon ist am Ende und tritt grantelig und uneinsichtig ab, ehe er aus dem Amt geklagt werden kann. Drei Jahre später wird er dem Fernsehjournalist nach einem Interview-Marathon in einem kurzen Moment emotionaler Aufwühlung dann doch noch zugeben, dass er das amerikanische Volk, sein Volk, belogen und getäuscht hat (siehe Filmtipp 'Frost/Nixon'). Watergate und die Folgen werden wohl auf immer die Erinnerung an Richard Nixon bestimmen, der heute, am 9. Januar 2014, 101 Jahre alt geworden wäre.

Übrigens: In wenigstens einem Punkt hatte Nixon allerdings mehr Glück als Christian Wulff. Seine Frau Patricia blieb an seiner Seite und die beiden waren 53 Jahre verheiratet.

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