Roald Amundsen: Der Erste am Südpol

Foto: Lomen Bros., Nome, Alaska, Lizenz gemeinfrei
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Olav Bjaaland - Project Gutenberg Literary Archive Foundation: De Aarde en haar Volken, Jaargang 1913. HAARLEM, H. D. TJEENK WILLINK & ZOON. Lizenziert unter Gemeinfrei

Blitzeis lässt ihn kalt: Roald Amundsen (1872-1928). Der ewige Winter ist sein Wetter, Arktis und Antarktis sind die zweite und dritte Heimat des gebürtigen Norwegers. Sein Name und seine Herkunft sind Programm: Roald, "der Ruhmvolle" ist der Sohn eines Schiffseigners. Früh schon verschlingt er die Reiseberichte der Polarforscher. Bald reift in ihm der Wunsch, selbst das ewige Eis zu erkunden - natürlich per Schiff. Als Mitzwanziger begleitet er eine Expedition eines Belgiers, der sich aber als völlig talentfreier Polarfahrer entpuppt. Daraufhin wendet sich Amundsen enttäuscht an seinen weitaus erfolgreicheren Landsmann Fridtjof Nansen, der ihn dazu ermuntert, eigene Entdeckerreisen zu wagen. Amundsen zögert nicht lange. In drei langen Wintern (1903-1906) durchquert er als Erster die Nordwestpassage zwischen Atlantik und Pazifik und kehrt als Nationalheld, aber mit Schulden heim. Polarreisen sind eben keine Pauschalreisen und die Kosten sind Amundsen unter der Hand explodiert. Wieder hilft ihm Nansen aus der Patsche und leiht ihm sein treues Schiff, die Fram. Das überzeugt auch die norwegische Regierung, die Amundsen nun ebenfalls finanziert.

Dabei hält der bis zuletzt geheim, dass er sich als neue Herausforderung den Südpol vorgenommen hat. Erst als bereits auf hoher See ist, bekennt er Farbe und eröffnet den wohl dramatischsten Wettlauf der Weltgeschichte. Denn auch der Brite Robert Scott ist dorthin unterwegs. Während Scott auf Motorschlitten und Ponys setzt, vertraut Amundsen auf Schlittenhunde. "Ehe der Winter begann, hatten wir 60000 Kilogramm Seehundfleisch in unserem Winterlager. Das genügte für unsere 110 Hunde." Rasch zeigt sich, dass die Hunde der widrigen Witterung besser trotzen als Scotts Technik und Ponys. So erreicht Amundsen den Pol als Erster und hisst die norwegische Flagge am 14. Dezember 1911, heute vor 101 Jahren. Aber das Schicksal zeigt dem Entdecker des Südpols die kalte Schulter: Nicht Roald der Ruhmvolle, sondern der gescheiterte Scott und sein Ende im ewigen Eis bewegen die Welt – obwohl auch Amundsen einige Jahre später bei einer Rettungsmission in der Arktis ums Leben kommt.


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