Henri Dunant: Der Gründer des Roten Kreuzes

Rot-Kreuz-Gründer Henri Dunant, Lizenz: gemeinfrei
Rot-Kreuz-Gründer Henri Dunant, Lizenz: gemeinfrei

„In der Stille der Nacht hörte man Angst- und Schmerzensschreie, herzzereißende Hülferufe: wer wäre im Stande, alle die Todeskämpfe dieser schrecklichen Nacht zu beschreiben!“ Henri Dunant ist entsetzt. Der Schweizer Geschäftsreisende kommt am 24. Juni 1859 zufällig in Solferino südlich des Gardasees (Lombardei) vorbei, wo sich eben noch Franzosen und Österreicher die Schädel eingeschlagen haben. Eigentlich will er ja zum französischen Kaiser Napoleon III., um wichtige Papiere für sein Algerien-Projekt zu erbitten. Aber was er in Solferino sieht, lässt ihn alle Geschäftspläne  vergessen: Das Schlachtfeld ist bedeckt von Leichen und zehntausenden Verwundeten. Das verzweifelte Rufen und das qualvolle Röcheln dringen Dunant bis ins Mark. Als strenger Calvinist ist er seit jeher christlich und kirchlich engagiert. So zögert er nicht lange, sondern packt an und trommelt die Bevölkerung zusammen. Gemeinsam versorgen sie die Soldaten. Danach setzt sich Dunant nieder und schreibt auf, was er erlebt hat. Seine "Erinnerung an Solferino" druckt er auf eigene Kosten. Er will nicht nur aufrütteln, er will auch langfristige Abhilfe schaffen: Dunants Denkschrift ist der Grundstein für die 1864 gegründeten „Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“.  Seit 1876  ist diese Hilfsorganisation bekannt als „Internationales Komitee vom Roten Kreuz“. Dunants Erben haben seine Tatkraft und Träume beharrlich weiterentwickelt. Was Politiker und Kirchenführer in unzähligen Gesprächsrunden nicht vermögen, das gelingt unter der ein einenden roten Weste: Hilfsorganisationen der Weltreligionen engagieren sich gemeinsam. Im Bild (oben) drei Helferinnen des Roten Kreuzes (christlich), des Roten Halbmondes (muslimisch) und des Roten Kristalls (jüdisch) in Haiti. So geht interkulturelles und interreligiöses Miteinander. Der erste Impuls und seine Verdienste um die Menschlichkeit haben Henri Dunant am 10. Dezember 1901 den Friedensnobelpreis eingebracht - heute vor 111 Jahren. 

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