David Ben Gurion: Der Israel-Gründer

State of Israel's national photo collection. Lizenziert unter Gemeinfrei
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"Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft." David Ben Gurion spricht mit zerzausten weißen Haaren, aber fester Stimme, als er 1948 feierlich die israelische Unabhängigkeitserklärung verliest (rechts). "Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten." Das Friedensangebot ist keine Farce.

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Foto: Pinn Hans - Israel National Photo Collection, item 69511, picture code D508-115. Lizenziert unter Gemeinfrei

Ben Gurion, der gerade den Staat Isreal ausgerufen hat, weiß um seine feindseeligen arabischen Nachbarn, denen er die Hand ausstreckt. "Es ist normal; wir haben ihr Land genommen. Es ist wahr, dass es uns von Gott versprochen wurde, aber wie sollte sie das interessieren? Unser Gott ist nicht ihr Gott." Der erste Ministerpräsident Isreals ist ein Zionist, keine Frage. Seit frühester Jugend hat er sich für zionistische Bewegungen, Organisationen und Medien engagiert. Erst in Polen, wo er 1886 geboren ist, dann in Palästina und in der Türkei. Aber Ben Gurion ist nicht nur Zionist, er ist auch Realist. Deshalb formt er rasch eine schlagkräftige und moderne Armee von Männern und Frauen, die den jungen Staat Isreal erfolgreich verteidigt. Als Verteidigungsminister ist er sogar selbst an strategischen Entscheidungen beteiligt, seinen Vertrauensmann Schimon Peres schickt er auf diplomatische Missionen.

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Und doch lässt er selbst nach seiner Amtszeit und nach dem Sechstagekrieg die Hand ausgestreckt, die er den Arabern 1948 angeboten hat. Seinen Nachfolgern in der israelischen Führung rät er öffentlich, kein weiteres arabisches Land zu besetzen. Und so ist Ben Gurion vor allem ein Utopist, wenn auch ein sehr speziellier: „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ Wie schön wäre es, wenn die aktuellen Staatenlenker des Nahen Ostens sich auf diese Einsicht besinnen würden, und das Wunder eines dauerhaften Friedens zwischen Arabern und Juden aushandeln würden. David Ben Gurion wird es nicht mehr erleben. Er starb am 1. Dezember 1973 - heute vor 39 Jahren.


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