Curtis LeMay: Der Hardliner

Foto: USAF. Lizenziert unter Gemeinfrei
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Er war der härteste der Hardliner im Kalten Krieg: Generalstabschef Curtis LeMay (1906-1990). Geboren und aufgewachsen als Sohn eine Tageslöhners hat LeMay Armut, Aggressionen und Angst um das nackte Leben gewissermaßen mit der Muttermilch in sich aufgesogen. Trotzdem scheint er seine Herkunft zu überwinden: Zwar kommt er nicht aus Ohio heraus, aber dort studiert er civil engineering, die Wissenschaft von anspruchsvollen baulichen Systemen wie Eisenbahn- und Autobahnbrücken. Brückenbauer ist LeMay aber nur sehr kurz gewesen: Er hat die Luftbrücke ins blockierte Berlin (1948) maßgeblich mitgeplant und realisiert. Viel engagierter sich General Gnadenlos Curtis LeMay seinen Ruf als Zerstörer erarbeitet. Im Zweiten Weltkrieg drohte er als Luftwaffenoffizier seinen Untergebenen mit Kriegsgericht, sollten sich aufgrund technischer Probleme Bombenangriffe auf Deutschland abbrechen. "Iron Ass" (Eisenarsch) rufen sie ihn deshalb. Später verantwortet er die Bombadierung Tokios, bei der 100.000 Japaner das Leben ließen (1945). Ungerührt gibt LeMay zu Protokoll, dass es ihm nichts ausmache, Japaner zu töten. In der Kubakrise droht sich der Wadenbeißer der US-Regierung von der Leine zu reißen, an der ihn Präsident John F. Kennedy und Verteidigungsminister Robert McNamara mit  Mühe halten. Seit man in Washington um die sowjetischen Pläne weiß, Raketen mit atomaren Sprengsätzen auf Fidel Castros Insel zu installieren, bellt LeMay ein ums andere Mal: Luftschlag, Invasion, Erstschlag! Als Kennedy und Co auf diplomatische Lösungen setzen, schlägt LeMay alleine los: Ohne das Wissen seines Obersten Dienstherren lässt er am 26. Oktober 1962  provokativ Atomwaffentests durchführen, heute vor 50 Jahren. Wie wird Chruschtschow darauf reagieren - und wie Kennedy?

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