Fidel Castro: Der Guerilla-Staatschef

Warum Kuba? Fidel Castros sowjetische Wende

Foto: Warren K. Leffler, lizenziert unter Gemeinfrei
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Foto: Luis Korda, Lizenz: Gemeinfrei

Havanna im Januar 1959: Fidel Castro hat es doch noch geschafft. Nach sieben Jahren im Gefängnis, im Exil und im bewaffneten Kampf gegen die amerikafreundliche Militärdiktatur General Batistas ziehen die siegreichen Rebellen in die kubanische Hauptstadt ein. In den Bergen der Sierra Maestra im Osten der Insel haben sie sich wilde Bärte wachsen lassen - Symbol ihrer Entschlossenheit, Kuba aus der Versklavung des US-Imperialismus zu befreien. Der junge Sozialrevolutionär Castro legt Wert darauf, dass die kubanische Revolution seine eigene Handschrift trägt und die seines Idols José Matrí, eines kubanischen Freiheitskämpfers des 19. Jahrhunderts (gegen die spanische Besetzung). Jedenfalls sieht sich Castro nicht als Kommunist: „Unsere Revolution ist nicht rot, sondern olivgrün. Sie trägt die Farbe der Rebellenarmee aus der Sierra Maestra.“ Seine engsten Vertrauten, Ché Guevara und Fidels Bruder Raúl sehen das anders. Sie wollen Kuba zum Kommunismus erziehen. Castro willigt ein und so gewinnen hinter den Kulissen die Hardliner an Einfluss. Beamte und Offiziere werden marxistisch-leninistisch geschult, Sachentscheidungen werden nicht mehr autark von den zuständigen Ministerien getroffen, sondern in der‚Abteilung für revolutionäre Planung und Kooperation‘. Außerdem sucht das schwache Kuba Schutz vor den übermächtigen USA.


Foto: Alberto Korda, Lizenz: Gemeinfrei
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In Washington sieht man es nämlich nicht gerne, dass Castro - selbst als Sohn eines Großgrundbesitzers geboren (1926) - die US-Agrarkonzerne auf Kuba zugunsten der Kleinbauern enteignet und auch die Luxushotels für amerikanische Lustreisende beschlagnahmt. Als die US-Regierung dann auch noch eine Gruppe von Exikubanern bei der Invasion der Insel in der Schweinebucht finanziell und logistisch unterstützt (1961), nutzt Castro die Gunst der Stunde, proklamiert er den „Triumph des Sozialismus“ und lässt sich von Sowjetführer Nikita Chruschtschow protegieren. Kuba wird kommunistisch und zum idealen Stützpunkt für die sowjetischen Raketen vor der amerikanischen Haustür. Fünf Jahre liergen nun zwischen dem verwilderten Guerillaführer in den Bergen der Sierra Maestra und dem Zünglein an der Waage der Weltpolitik. Fünf Jahre, die Castro vom einstigen Freiheitskämpfer zum künftigen Unterdrücker werden lassen.

 

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