Hans Moser: Der singende Dienstmann

Foto: Willy Pragher. Lizenziert unter CC BY 3.0
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Sein Herz war ein Bilderbuch vom alten Wien: Hans Moser. Als volksnaher Schauspieler bewahrte er den Wienern mit seiner fröhlichen Granteligkeit in der Zwischen- und Nachkriegszeit den Zauber der ruhmreichen Habsburgerära. Solange sich aber die hochnäsigen Wiener im Glanz ihrer Weltmacht sonnen können, wollen sie den kleingewachsenen Moser (1,57 Meter) nicht: Auf den edlen Brettern des Theaters in der Josefsstadt erwartet man starke und gestandene Männer. Moser zieht vorerst durch die Provinz des habsburgischen Vielvölkerreiches. Nach dem Ersten Weltkrieg gelingt ihm aber mit dem Sketch "Hallo Dienstmann" (1923) der Durchbruch. Ohne Groll kehrt der Grantler treu zu seinen Wienern zurück, die ihm jetzt zu Füßen liegen. Als sie wenige Jahre später Hitler auf dem Balkon der Hofburg zujubeln, zeigt Moser abermals, was echte Treue ist: Obwohl der Druck groß ist, lässt er sich nicht von seiner  jüdischen Frau scheiden. Zwar muss sie für einige Zeit ins ungarische Exil fliehen, doch nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Mosers wieder vereint. Auch seine Paraderolle zieht wieder nach Wien: Der Dienstmann erobert die Bühnen der gefallenen Weltstadt (siehe Clip mit Paul Hörbinger) und wird sogfar als Verwechselkomödie verfilmt (1952). Damit hat Moser nicht nur das alte Wien, sondern auch sich selbst  unsterblich gemacht. Heute wäre er 132 Jahre alt geworden - Hans Mosers Geburtstag ist der 6. August 1880.

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