George Gershwin: Der weiße Jazzer

George Gershwin
George Gershwin

Es war ein Großer des Jazz: George Gershwin. Dabei hat er anders als Louis Armstrong, Dizzy Gillespie und Duke Ellington keine afroamerikanischen Wurzeln: Im Gegenteil: George ist der Sohn russisch-jüdischer Einwanderer und heißt ursprünglich Gershovitz  Das New York des frühen 20. Jahrhunderts aber ist nicht minder bunt als das heutige. George hat die afro-amerikanschen Rhythmen zwar nicht im Blut, dafür aber im Bauch. Und er hat ein altes, schäbiges Klavier, auf dem er sie ausleben kann.  Es dauert nicht lange, bis er aus der Passion eine Profession macht - als Pianist und Komponist. Seine "Rhapsody in Blue" von 1924 ist ein Welterfolg. Gershwin nutzt ihn, um die Probleme der schwarzen Amerikaner musikalisch zu benennen: Zwei Jahrzehnte ehe Martin Luther King zur Symbolfigur des gewaltlosen Widerstandes gegen die Rassendiskriminierung aufsteigt, bringt Gershwin die Jazz-Oper "Porgy and Bess" auf die Bühne. Gewalt, Drogen und ein offenes Ende - "Porgy and Bess" entführt den Zuschauer in eine Schwarzensiedlung des 19. Jahrhunderts und wird bis heute auf dem Broadway gegeben. Kein Wunder, denn zahlreiche Arien und Duette dieser Oper haben Musikgeschichte gemacht - allen voran "Summertime" (im Clip Ella Fitzgerald). Sommerzeit war es auch, als Gershin über dem Klavier zusammenbrach und an einem Gehirntumor starb: am 11. Juli 1937 - heute vor 75 Jahren.

George Gershwin Biografie weiterzwitschern:

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