Oskar Lafontaine: Der Ex-Sozialdemokrat

Bundesarchiv, Bild 183-1982-0316-040 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA
Bundesarchiv, Bild 183-1982-0316-040 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA

Ein Linker war er schon lange: Oskar Lafontaine. Er fand schon als SPD-Politiker und saarländischer Ministerpräsident mehr gute als schlechte Seiten an der DDR und drückte dem SED-Machthaber Erich Honecker freundschaftlich die Hand. Lafontaine machte sich bis zuletzt für ein gesellschaftliches und politisches Miteinander der beiden deutschen Staaten stark (siehe Tagesschau-Clip von 1985). Ein Fan der Wiedervereinigung ist er dann auch nicht geworden, selbst als SPD-Kanzlerkandidat der ersten gesamtdeutschen Wahlen (1990) nicht. Zwanzig Jahre später hat er eingeräumt:  "Ich habe die Einheits-Euphorie unterschätzt." Welche Ironie der Geschichte, dass er eine andere Einheits-Euphorie überschätzt hat: die Zusammenführung der SED-Nachfolgepartei PDS mit der westdeutschen ‚Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit‘ (WASG). Heute vor sieben Jahren ist Lafontaine aus der SPD ausgetreten, um beim Aufbau einer gesamtdeutschen sozialistischen Partei mitzuhelfen. Doch die sieben guten Jahre sind für Lafontaine und die Linke im Frühsommer 2012 vorbei: die Linke ist aus den Landtagen von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gewählt worden und Lafontaine wird  kein Comeback als Parteivorsitzender feiern.  Es ist der stille Sturz des einstigen Lautsprechers, der einmal mehr die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat.

 

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