Erich Honecker: Der Unverbesserliche

Lizenz: Bundesarchiv, Bild 183-R0518-182 / CC-BY-SA
Erich Honecker (Foto: Bundesarchiv)

Viel ist nicht mehr übrig vom einstigen Vorzeigesozialisten. Als Angeklagter wird Erich Honecker dem Berliner Landgericht vorgeführt. Der ehemalige DDR-Lenker soll sich für die Todesschüsse an der Berliner Mauer verantworten. Der Staatsanwalt wirft ihm Totschlag und versuchten Totschlag in 68 Fällen vor. Dabei ist Honecker selbst vom Tod gezeichnet. Der Krebs zerfrisst ihn. Nur Stolz und Hochmut sind ungebrochen. Trotzig reckt er die linke Faust in die Höhe, als er den Gerichtssaal betritt. Honecker bekennt sich zu seiner Verantwortung, weist aber jede Schuld von sich. Er verteidigt den Mauerbau mit allen Konsequenzen. Ohne die Mauer hätte ein dritter Weltkrieg Millionen Opfer gefordert und nicht nur einige Dutzend Mauertote: "Deswegen meine ich, dass ich nicht nur keine juristische, sondern auch keine politische und keine moralische Schuld auf mich geladen habe, als ich zur Mauer ja sagte und dabei blieb." Auch wenn das Verfahren gegen den Sterbenden ohne Richterspruch eingestellt wird, hat Honecker sein Urteil selbst gesprochen: Er tritt ab als unverbesserlicher Menschenverachter. Der Prozess gegen ihn wurde am 12. November 1992 eröffnet - heute vor 19 Jahren. 

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