Die Handschellen klicken noch im Gerichtssaal. Fluchtgefahr! Thomas Middelhoffs Manager-Märchen endet in Zelle A115. Dort schreibt er seine Autobiografie. Für den einstigen Konzernlenker ist das eine leichte Übung: Für Middelhoff steht Middelhoff im Mittelpunkt. Und dieser Middelhoff inszeniert sich fast verzweifelt als missverstandenes Genie und als Opfer. Wie gut, dass eine zeitgleich erschienene Biografie seinen Fall differenzierter und glaubwürdiger einordnet...

Das Politiker-Bashing dieser Tage ist falsch. Hätte sich Jamaika gefunden, wäre man wohl über die Unterhändler der vier Parteien hergefallen, weil sie eingeknickt wären und ihre Positionen verraten hätten.  Die Lösung wäre unbequem, aber logisch: Schwarz-Grün als Minderheitsregierung. Wenn SPD und FDP ihr Bekenntnis zur Verantwortung ernst meinen, müssten wir nicht neu wählen. Dann würden wir eine (erfolgreiche) Minderheitsregierung erleben...

Guernica brennt. Das Baskenstädtchen ist in Schutt und Asche gebombt worden. Im spanischen Bürgerkrieg vor 80 Jahren sind Flächenbombardements noch unbekannt. Guernica ist der erste Versuch, eine Stadt total auszulöschen. Der spanische Pablo Picasso  wehrt sich mit einem Jahrhundertgemälde: Wütend rührt er alle erdenklichen Schwarz- und Grautöne an und greift zum Pinsel. Um Guernica und um Picassos Lebensgeschichte geht's im sechsten Band meiner E-Book-Reihe "Die Bibliothek der Wagemutigen"...


Abi – und ab nach Indien: Kerstin Brummenbaum ist auf der Suche. Sie weiß noch nicht, was sie werden will. Von der Reise in eine ganz andere Kultur erhofft sie sich die entscheidenden Impulse. Ihre Hoffnungen erfüllen sich; allerdings anders als gedacht. Indien zeigt ihr nicht den Lebensweg, Indien ist ihr Lebensweg. Die spirituelle Atmosphäre weckt in ihr ein Gefühl des tiefen Friedens und des Angekommenseins. Heute heißt Kerstin Kelsang Wangmo und ist die erste weibliche buddhistische Geshe...

Huren-Bücher waren fast immer Skandalbücher. Die Memoiren der Fanny Hill und die Geschichte der wienerischen Dirne Josephine Mutzenbacher haben sogar die obersten Gerichte in den USA und Deutschland beschäftigt. Während diese beiden berühmten Büchern von Männern geschrieben worden sind, sind die Erinnerungen  der ehemaligen Prostituierten Ilan Stephani gefühlsecht. Über ihre Empfindungen und Erfahrungen als Hure hat sie nun ein Buch geschrieben, das sich liest wie ein Sozialroman...

Südtirol ist mein Traumland. Seine wuchtigen und doch filigranen Berge, seine tiefgrünen Märchenwälder, die rauschenden Gebirgsbäche und das bronzeklingende Geläut der Kirchen- und Kuhglocken verzaubern mich. Die Schläge mit der Birkenrute, die Rosa S. als Kind erdulden musste, passen dagegen nicht in dieses Idyll. Ihre anonymen Erinnerungen machen sprachlos. Umso lauter dröhnt ihre Stimme.

Was habe ich mich über Angela Merkel schon geärgert: Ich habe mich oft gefragt, warum sie alle Werte und Positionen der CDU über den Haufen wirft. Ich habe damit gehadert, dass sie Überzeugungen auswechselt. Seit Sommer 2015 denke ich anders.  Angela Merkels Flüchtlingspolitik hat mir imponiert. Heute ahne ich, dass Angela Merkel ihre Überzeugungen nie umgestoßen hat. Sie hat die CDU auf ihre Weise fit für die Zukunft gemacht – auch für eine Koalition mit den Grünen, die ich wünsche!

Kanzleramtsminister Peter Altmaier rät dazu, lieber nicht zu wählen, als eine Stimme für die AfD abzugeben. Das ist falsch. Jede Stimme für eine Partei, die nicht verboten ist, ist eine Stimme für die Demokratie, weil sie zur Wahlbeteiligung zählt – und damit eine Stimme für unsere freiheitlichen demokratischen Grundordnung ist. Niemand erinnert sich gerne daran, unfähige Schwätzer gewählt zu haben. Warum den AfD-Wählern dieses Andenken ersparen?

Am Sonntag stimmen wir darüber ab, wer uns künftig im Deutschen Bundestag vertritt. Wir haben die Wahl: Wir können unsere Stimme einer derjenigen Parteien geben, die bedingungslos zu unserer Demokratie und zu unseren Werten stehen. Wir dürfen die extremen Parteien von Links und Rechts wählen, die mit populistischen Parolen Stimmung machen. Wir können Partei-Parodien und Splitterparteien wählen – ohne um unsere Freiheit fürchten zu müssen. Setzt ein Zeichen für die Wahlfreiheit: Geht wählen!

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