Hans Küng: Der Gegenpapst

Kirchenkritiker Hans Küng erinnert sich an sieben Päpste

Foto: presidencia.gov.ar, Lizenz: CC BY-SA 2.0; Foto: Fabio Pozzebom, Lizenz: CC BY 3.0; Foto: Unbekannt, Lizenz: Gemeinfrei; Foto: Sentinelle del mattino International, Lizenz: CC BY-SA 2.0; Foto: Vatican, Lizenz: Gemeinfrei
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Er ist ein moderner Gegenpapst: Hans Küng. Der eigenwillige Schweizer Priester und Professor hat mit seiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten. Und meistens ist das eine vom Vatikan-Sprech abweichende und kirchenkritische Meinung: Von der Unfehlbarkeit der Päpste hält Küng beispielsweise nichts. Das kommt am Heiligen Stuhl gar nicht gut an: Unter Papst Johannes Paul II. entzieht man ihm seine Lehrbefugnis.  Jetzt schreibt der streitbare Theologe Hans Küng über die sieben Päpste, die er selbst erlebt hat. Herausgekommen ist ein autobiografisches Drama in sieben Akten: eine fesselnde Mischung aus Kirchenkrimi, Vatikangeschichte und persönlicher Abrechnung...

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Hans Küng, (Jahrgang 1928) ist ein wortgewaltiger Mensch. Und er weiß, dass seine Worte Gewicht haben. Seine Meinung ist gefragt, weil sie fast immer für Diskussionen sorgt: In den Medien, in der Kirche, in der Wissenschaft. Hans Küng ist ein streitbarer Theologe - und ein einflussreicher. Wie kein zweiter hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder kritisch mit den Päpsten und ihren theologischen Positionen, ihren Persönlichkeiten und ihrer Politik befasst. Sein Buch über die sieben vergangenen Päpste ist deshalb auch ein politisches und persönliches Buch. Hans Küng holt die Päpste von ihrem Sockel der Unantastbarkeit, indem er sie menschlich zeigt. Er beschreibt sie als Weggefährten und verkürzt dadurch seine eigene Distanz zu den Nachfolgern Petri. Seine Urteile sind scharf und Verklärung ist Hans Küngs Sache nicht. Vor allem dann nicht, wenn es zu Differenzen zwischen einem Papst und ihm gekommen ist. Drei Beispiele: An Johannes Paul II., in dessen Amtszeit er die Lehrbefugnis entzogen ´bekommen hat, lässt Küng kaum ein gutes Haar. Benedikt XVI. schätzt er zwar menschlich - immerhin hat der deutsche Papst ihn zum Gespräch empfangen -, aber er tadelt ihn wegen seines "Pleiten-, Pech- und Pannenpontifikats". Im "neuen Stil", den Franziskus pflegt, sieht Küng allerdings "ein Hoffnungssignal aus Rom".

Hans Küngs Analysen sind spannend. Seine enorme Belesenheit, seine akademische Lebensleistung und sein Wissen als "Insider des Katholischen" gehen nicht mit einem drögen  Schreibstil einher: Küng schreibt kurzweilig und fundiert zugleich. Damit lässt sich das Lesen gut aushalten. Schwer zu ertragen sind allerdings Hans Küngs Selbstverliebtheit und die teils arrogant-vernichtenden Urteile, die er an einem Maßstab festmacht, den er selbst setzt. Ein bißchen mehr Ausgewogenheit in der Darstellung und ein bißchen mehr Verständnis für andere Meinungen hätten dem Buch gut getan. So schwingt sich Hans Küng zu einem Gegenpapst auf, an dem man sicher ebensoviel kritisieren kann, wie an den sieben Päpsten, über die er schreibt.

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